Wenn in den Alpen vielerorts noch Schnee liegt, eröffnet die UTMB World Series traditionell ihre europäische Saison in der Toskana: Der Chianti Ultratrail ist längst mehr als ein Frühjahrsrennen – er ist ein erster Formtest für die internationale Trail-Elite.
Die Strecke führt in einer Schleife durch die typischen Hügel des Chianti – Weinberge, Zypressenalleen, mittelalterliche Dörfer. Technisch ist der Kurs weniger extrem als alpine Klassiker, dafür aber schnell, laufbar und tückisch wellig. Genau das macht ihn attraktiv für leistungsstarke Allrounder. Als UTMB World Series Event geht es zudem um viel: Die Top 3 qualifizieren sich direkt für das UTMB-Finale in Chamonix.
Das Rennen wird sportlich hochklassig besetzt sein, mit spannenden Chancen insbesondere für deutschsprachige Athletinnen.
Ultra Trail Chianti Castles
Der Chianti Ultra Trail markiert traditionell den Auftakt der europäischen Trailsaison – doch 2026 richtet sich der Blick vor allem auf eine Distanz: das 100-Meilen-Rennen. Mit Weltstars und außergewöhnlicher Leistungsdichte wird hier das sportliche Zentrum des Wochenendes liegen.
Im Fokus steht dabei insbesondere das Frauenrennen, angeführt von Courtney Dauwalter. Die US-Amerikanerin ist seit Jahren das Maß der Dinge im Ultrarunning und geht auch in der Toskana als klare Favoritin an den Start. Ihre Fähigkeit, Rennen über die zweite Hälfte zu dominieren, macht sie selbst in einem hochklassigen Feld zur Gejagten. Hinter ihr versammelt sich internationale Konkurrenz mit Athletinnen wie Yngvild Kaspersen und Azara García de los Salmones, die vor allem auf Fehler der Favoritin hoffen müssen.
Auch im Männerrennen über die 100 Meilen ist die Aufmerksamkeit groß. Besonders im Fokus steht Vincent Bouillard, der nach seinem epischen Duell mit Kilian Jornet im Jahr 2025 erneut an der Startlinie steht. Dieses Rennen hat ihn endgültig in die Weltspitze katapultiert, und entsprechend hoch sind die Erwartungen. Doch die Konkurrenz ist enorm: Mit Jeff Mogavero und Andreas Reiterer stehen weitere Topläufer bereit, die das Rennen offen gestalten dürften.
Chianti Ultra Trail
Neben dem 100-Meilen-Highlight lohnt sich auch ein Blick auf die 100-Kilometer-Distanz. Im Frauenfeld geht Anna Tarasova als Favoritin ins Rennen, doch aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen vor allem auf Lena Laukner. Die profilierte Läuferin bringt genau die Qualitäten mit, die in Chianti gefragt sind, und hat realistische Chancen auf einen Podestplatz. Auch Carina Helmreich könnte mit einem starken Rennen im vorderen Feld landen.
Im Männerfeld über 100 Kilometer führt der Weg über Andrzej Witek, der mit dem höchsten Leistungsindex als Topfavorit gilt. Dahinter formiert sich ein dichtes internationales Feld, das für ein schnelles und taktisch anspruchsvolles Rennen sorgen dürfte.
Chianti Marathon Trail
Über die 50-Kilometer-Distanz ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Bei den Männern liest sich die Startliste tatsächlich wie eine italienische Meisterschaft: Mit Francesco Puppi, Nadir Maguet und Daniel Pattis stammt ein Großteil der Favoriten aus Italien – ein Heimsieg scheint hier fast vorprogrammiert.
Im Frauenrennen dagegen sind die deutschsprachigen Athletinnen besonders stark vertreten. Neben der favorisierten Norwegerin Ida Amelie Robsahm rechnen sich vor allem Kim Schreiber und Lena Laukner – die hier sinngemäß für die starke deutsche Szene steht – berechtigte Chancen auf einen Platz auf dem Podium aus.
