Trailrunning

Rennbericht: Chianti Ultratrail 2026

Wenn in den Alpen vielerorts noch Schnee liegt, eröffnet die UTMB World Series traditionell ihre europäische Saison in der Toskana: Der Chianti Ultratrail ist längst mehr als ein Frühjahrsrennen – er ist ein erster Formtest für die internationale Trail-Elite.

Die Strecke führt in einer Schleife durch die typischen Hügel des Chianti – Weinberge, Zypressenalleen, mittelalterliche Dörfer. Technisch ist der Kurs weniger extrem als alpine Klassiker, dafür aber schnell, laufbar und tückisch wellig. Genau das macht ihn attraktiv für leistungsstarke Allrounder. Als UTMB World Series Event geht es zudem um viel: Die Top 3 qualifizieren sich direkt für das UTMB-Finale in Chamonix.

120 km – Ultra Trail Chianti Castles

Die Königsdistanz über 120 Kilometer und rund 5200 Höhenmeter führte die Athletinnen und Athleten auf eine spektakuläre Runde durch das Chianti-Gebiet. Nach einem vergleichsweise flüssigen Beginn durch die Weinberge folgte im zweiten Teil der Strecke der entscheidende Abschnitt mit langen, kräftezehrenden Anstiegen auf Monte Luco und Monte San Michele.

Ein besonderes Highlight: Insgesamt 25 Burgen der historischen „Lega del Chianti“ säumten die Strecke und machten das Rennen auch landschaftlich einzigartig.

Cardin gewinnt – Reiterer behauptet Platz zwei

Thomas Cardin lieferte ein herausragendes Rennen und gewann in 9:58:38 Stunden.

Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf um Rang zwei, den Andreas Reiterer letztlich für sich entschied. Er erreichte das Ziel in 10:06:16 Stunden, nur knapp vor Vincent Bouillard (10:06:52 Stunden).

Die weiteren Top-Platzierungen:

  • Tobias Geiser – 10:21:35 Stunden
  • Baptiste Coatantiec – 10:49:17 Stunden
  • Jeff Mogavero – 10:55:24 Stunden

Dauwalter setzt sich durch

Im Frauenrennen zeigte Courtney Dauwalter einmal mehr ihre Klasse. Sie lief lange Zeit auf Rang drei, arbeitete sich im Rennverlauf nach vorne und sicherte sich den Sieg in 11:31:55 Stunden.

Das Podium komplettierten:

  • Yngvild Kaspersen – 11:33:34 Stunden
  • Rachel Entrekin – 11:38:13 Stunden

Alle drei Läuferinnen lieferten sich bis in die späten Rennphasen ein enges Rennen.

Rennbericht – Chianti Ultratrail (73,9 km / ~2900 hm)

Die 73,9-Kilometer-Distanz des Chianti Ultratrails – eine von mehreren angebotenen Strecken des Events – stellte mit knapp 2900 Höhenmetern die zweitlängste Distanz dar und gilt als Qualifikationsrennen für die 100k des CCC (warum auch immer). Während die ersten 40 Kilometer durch das Chianti-Gebiet schnelles Laufen erlaubten, sorgte der lange Anstieg bis Kilometer 60 für die entscheidenden Unterschiede. Die anschließenden Downhills Richtung Volpaia und zurück ins Ziel forderten zusätzlich technische Fähigkeiten und Konzentration.

Dominanter Sieg bei den Männern

Von Beginn an wurde ein hohes Tempo angeschlagen. Andrzej Witek setzte sich früh an die Spitze und zeigte ein kontrolliertes, starkes Rennen. Vor allem auf den ersten, gut laufbaren Kilometern durch die Weinberge konnte er Zeit gutmachen, bevor er auch im selektiven Anstieg Richtung San Michele seine Führung behauptete. Nach 73,9 Kilometern erreichte er das Ziel in Radda in Chianti nach 5:39:16 Stunden als klarer Sieger.

Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf um die Podestplätze:

  • Guillaume Tiphene belegte in 5:47:11 Stunden Rang zwei
  • Alessandro Affolati folgte kurz dahinter in 5:48:42 Stunden auf Platz drei

Auch die Verfolger mit Davide Cheraz und Ramon Manetsch zeigten starke Leistungen und blieben unter der 6-Stunden-Marke.

Frauenrennen: Starkes Finish von Kristinsdóttir

Im Frauenrennen über die 73,9 Kilometer setzte sich Elísa Kristinsdóttir souverän durch. Die Isländerin gewann in 6:22:31 Stunden und zeigte insbesondere im zweiten, anspruchsvollen Streckenteil ihre Stärke.

Auf den weiteren Plätzen folgten:

  • Judith Wyder6:31:48 Stunden
  • Hannah Derksen6:46:11 Stunden
  • Barbora Závodník7:07:38 Stunden
  • Aurora Bosia7:34:46 Stunden

Deutsche Läuferinnen mit soliden Ergebnissen

Mit Carina Helmreich lief eine deutsche Athletin auf Rang sechs und erreichte das Ziel nach 7:41:12 Stunden. Sie zeigte ein konstantes Rennen und behauptete sich im erweiterten Spitzenfeld.

Ebenfalls in den Top 10 platzierte sich Delia Binninger, die in 7:59:26 Stunden Neunte wurde. Damit rundete sie ein starkes deutsches Ergebnis bei den Frauen ab.

47 km – Chianti Marathon Trail

Neben den beiden Ultra-Distanzen bot der Chianti Ultratrail mit dem Chianti Marathon Trail eine schnelle, aber keineswegs einfache 47-Kilometer-Strecke. Rund 2000 Höhenmeter und ständig wechselndes Auf und Ab durch die Weinberge rund um Siena sorgten für ein intensives Rennen, bei dem vor allem Tempohärte gefragt war. Der finale Anstieg zurück nach Radda in Chianti verlangte den Läuferinnen und Läufern nochmals alles ab.

Puppi siegt vor starkem Feld

Bei den Männern setzte sich Francesco Puppi durch und gewann in 3:09:39 Stunden. Er nutzte das gut laufbare Profil optimal und konnte sich im Rennverlauf entscheidend absetzen.

Die weiteren Podestplätze gingen an:

  • Daniel Pattis3:11:13 Stunden
  • Alex Garcia Carrillo3:13:48 Stunden

Komplettiert wurden die Top 5 von Dawid Malina (3:15:32 h) und Marcin Kubica (3:16:38 h).

Robsahm vorne

Im Frauenrennen setzte sich Ida Amelie Robsahm durch. Die Norwegerin gewann in 3:39:10 Stunden und zeigte ein starkes, gleichmäßiges Rennen.

Auf den weiteren Plätzen:

  • María Teresa La Chica Lhoëst3:42:36 Stunden
  • (Anonymous)3:47:31 Stunden
  • Gisela Carrion Bertran3:51:52 Stunden
  • Julia Font Gomez3:53:19 Stunden

Mit Kim Schreiber war auch eine deutsche Läuferin im Spitzenfeld vertreten. Sie belegte in 3:57:53 Stunden einen sehr respektablen 7. Platz und bestätigte damit ihre gute Form auf internationaler Bühne.

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