Wenn sich vom 5. bis 7. Juni 2026 die europäische Trailrunning-Szene im slowenischen Kamnik trifft, steht mehr auf dem Spiel als nur EM-Medaillen. Die European Athletics Off-Road Running Championships 2026 markieren den letzten Auftritt dieses Formats, bevor die Titelkämpfe ab 2028 als eigenständige European Trail Running Championships fortgeführt werden. Für das deutsche Team ist es also nicht nur eine sportliche Standortbestimmung, sondern auch ein Übergang in eine neue Ära des Trailrunnings.
Bewährte Stärke bei den Männern
Der Deutscher Leichtathletik-Verband setzt bei den Männern auf Kontinuität. Alle vier nominierten Athleten standen bereits im erweiterten Aufgebot für die Trail-Weltmeisterschaften 2025 – ein klares Signal für Stabilität und internationale Erfahrung.
Allen voran Manuel Hartweg, der sich bei der WM als bester deutscher Starter im Long Trail behauptete. Ergänzt wird das Team durch Johannes Löw, Julius Ott – ein vielseitiger Berglauf-Allrounder – sowie Pierre-Emmanuel Alexandre, der nach krankheitsbedingtem WM-Aus nun eine zweite Chance auf internationaler Bühne erhält.
Gerade Alexandre dürfte mit besonderer Motivation nach Slowenien reisen: Nach dem verpassten Start in Canfranc bietet sich ihm nun die Gelegenheit, seine starke Form unter Beweis zu stellen – auf einem technisch anspruchsvollen Kurs mit 52 Kilometern und satten 2.450 Höhenmetern im Auf- und Abstieg.
Frischer Wind im Frauen-Team
Während die Männer auf Erfahrung bauen, schlägt der DLV bei den Frauen einen anderen Weg ein: Mit Johanna Ehrenklau und Hannah Marquard feiern gleich zwei Athletinnen ihr Debüt im Nationaltrikot.
Ihre Nominierung basiert unter anderem auf starken Leistungen beim Trail du Petit Ballon, der Anfang März als wichtiges Sichtungsrennen diente. Beide stehen exemplarisch für die wachsende Tiefe der deutschen Trailrunning-Szene – eine Entwicklung, die auch DLV-Vorständin Kristin Behrens betont: Die große Community bringe kontinuierlich neue Talente hervor.
Dass etablierte Namen wie Rosanna Buchauer oder Hannes Namberger fehlen, liegt hingegen nicht an Leistungsfragen, sondern an individuellen Saisonplanungen – ein Hinweis darauf, wie dicht gedrängt der internationale Trail-Kalender mittlerweile ist.
Anspruchsvolle Titelkämpfe mit Berglauf-DNA
Das Wettkampfprogramm in Kamnik bleibt vielseitig: Neben dem klassischen Trailrennen über 52 Kilometer stehen auch Uphill- sowie Up-&-Down-Berglaufentscheidungen auf dem Programm. Gerade diese Kombination macht den Reiz der Off-Road-EM aus – und fordert von den Athlet:innen ein breites Spektrum an Fähigkeiten.
Die finale Nominierung für das Berglauf-Team erfolgt erst Mitte Mai, doch schon jetzt ist klar: Deutschland wird mit einem spannenden Mix aus Erfahrung und Nachwuchs antreten.
DLV-Vorständin Dr. Kristin Behrens:
„Ich freue mich sehr, dass wir bei den Herren ein Team für den Trail entsenden können. Gerade für Pierre-Emmanuel, der zur WM 2025 großes gesundheitliches Pech hatte, freut es mich besonders, dass er sich erneut qualifizieren konnte. Bei den Frauen gleich zwei Debütantinnen dabei zu haben bestätigt, dass wir in Deutschland eine sehr große Trail-Community haben, aus der immer neue Talente hervorgehen“.
