Hannes Namberger schreibt Trailrunning-Geschichte: Der Dynafit-Athlet gewinnt den Lavaredo Ultra Trail zum vierten Mal und bleibt dabei sogar unter dem bisherigen Streckenrekord. Perfekt macht den deutschen Erfolg ein Podium, das erst vor wenigen Wochen gemeinsam auf der Originalstrecke trainierte.
Namberger schreibt Geschichte in den Dolomiten
Vier Starts, vier Siege: Hannes Namberger hat seine Ausnahmestellung beim La Sportiva Lavaredo Ultra Trail eindrucksvoll untermauert. Der Dynafit-Athlet gewann den prestigeträchtigen Klassiker über rund 120 Kilometer in 11:45:31 Stunden und blieb damit rund vier Minuten unter dem bisherigen Streckenrekord. Mit seinem vierten Triumph schreibt der Chiemgauer ein weiteres Kapitel Trailrunning-Geschichte und festigt seinen Status als erfolgreichster Athlet der Rennhistorie.
Vom Start weg lief Namberger kontrolliert an der Spitze und ließ der Konkurrenz im weiteren Rennverlauf keine Chance. Nach fast zwölf Stunden erreichte er das Ziel in Cortina d’Ampezzo als umjubelter Sieger – und darf sich nun endgültig als „King Hannes IV.“ bezeichnen.
Trainingspartner dominieren das Rennen
Für eine der schönsten Geschichten des Rennens sorgte das komplette Männerpodium. Erst vor wenigen Wochen hatten Hannes Namberger, Andreas Reiterer und Tobias Geiser gemeinsam auf der Originalstrecke rund um Cortina d’Ampezzo trainiert und sich auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. Dass genau diese drei Athleten anschließend die ersten drei Plätze unter sich ausmachten, spricht für die außergewöhnliche Qualität dieser Trainingsgruppe.
Besonders bemerkenswert war der Zieleinlauf der beiden Südtiroler Freunde Andreas Reiterer und Tobias Geiser. Die beiden entschieden sich, die letzten Meter gemeinsam zu absolvieren und Hand in Hand nach 11:55:26 Stunden ins Ziel zu laufen. Dafür wurden sie folgerichtig gemeinsam als Zweitplatzierte gewertet – ein starkes Zeichen der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts nach fast zwölf Stunden Renndauer.
Rang vier belegte der Slowake Peter Fraňo, während der Österreicher Andreas Rieder als Fünfter ebenfalls ein starkes Rennen zeigte.
Budha gewinnt – deutsche Frauen überzeugen
Bei den Frauen setzte sich die Nepalesin Sunmaya Budha in 13:33:18 Stunden durch. In einem spannenden Finale verwies sie die Australierin Lucy Bartholomew um lediglich 1:41 Minuten auf Rang zwei. Dritte wurde die Irin Emma Stuart.
Aus deutscher Sicht sorgten vor allem Susanne Zahlauer und Sarah Napiwotzki für starke Ergebnisse. Zahlauer lief nach 16:13:16 Stunden als sechstplatzierte Frau ins Ziel und gewann gleichzeitig ihre Altersklasse W45. Nur rund 13 Minuten später folgte Sarah Napiwotzki auf Rang sieben. Angesichts des hochklassig besetzten internationalen Starterfeldes sind beide Top-10-Platzierungen als großer Erfolg für das deutsche Trailrunning zu bewerten.
Ehrenthaler muss verletzt aufgeben
Weniger erfreulich verlief das Rennen für den Deutschen Patrick Ehrenthaler. Der Mitfavorit musste den Lavaredo Ultra Trail verletzungsbedingt vorzeitig beenden und konnte damit nicht in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen.
Auch auf den kürzeren Distanzen hochklassiger Sport
Nicht nur über die Königsdistanz wurden in den Dolomiten Spitzenleistungen geboten. Beim Lavaredo 80K setzte sich der Pole Bartłomiej Przedwojewski in starken 7:40 Stunden durch. Den Sieg bei den Frauen sicherte sich die Isländerin Elísa Kristinsdóttir, die nach 8:59 Stunden das Ziel erreichte.
Über die Lavaredo 50K sorgte der Italiener Daniel Pattis nach seinen zweiten Plätzen beim Zegama Marathon und den European Off-Road Championships für den nächsten Höhepunkt seiner Saison. In 4:00 Stunden stellte er einen neuen Streckenrekord auf und unterbot die bisherige Bestmarke von Francesco Puppi aus dem Jahr 2024 um zwei Minuten. Die weiteren Podestplätze gingen mit Nadir Maguet und Lorenzo Rota ebenfalls an italienische Läufer. Bei den Frauen triumphierte die Spanierin Malen Osa in 4:49 Stunden vor ihrer Landsfrau Patricia Pineda und der Slowakin Silvia Schwaiger.
Auch die Lavaredo 20K blieb fest in italienischer Hand. Andrea Rostan gewann das Männerrennen souverän in 1:32 Stunden vor Isacco Costa und Luca Pescollderungg. Bei den Frauen feierte Anna Hofer in 1:51 Stunden bereits ihren zweiten Sieg in Folge auf dieser Distanz. Dahinter komplettierten die Slowenin Klara Velepec und die Britin Sonia Samuels das Podium.
Bilder: Peter Namberger
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