Der zweite Tag der Skyrunning World Championships 2026 auf La Gomera gehörte den Langstreckenspezialisten. Über 63 Kilometer und 4.100 Höhenmeter sicherte sich Cristian Minoggio seinen dritten SKYULTRA-Weltmeistertitel. Bei den Frauen lieferte Shangave Balendran eine beeindruckende Vorstellung ab und feierte ihren ersten WM-Titel.
63 Kilometer durch die wilde Landschaft La Gomeras
Nach dem VERTICAL am Freitag stand bei der Skyrunning WM auf La Gomera am Samstag die längste Disziplin auf dem Programm. 87 Athleten stellten sich dem SKYULTRA mit 63 Kilometern und 4.100 Höhenmetern.
Der Start erfolgte bereits um 5 Uhr morgens im kleinen Ort Vallehermoso im Norden der Insel. Im Licht der Stirnlampen absolvierten die Läufer zunächst eine rund 20 Kilometer lange Schleife zurück nach Vallehermoso. Anschließend führte die Strecke über ständig wechselnden Untergrund in Richtung Südosten bis zum Ziel in San Sebastián de La Gomera.
Minoggio holt seinen dritten WM-Titel
Bei den Männern führte lange Zeit der Spanier Julen Calvo das Rennen an. Doch Cristian Minoggio teilte sich seine Kräfte perfekt ein. Der Italiener übernahm im späteren Rennverlauf die Spitze und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel auf fast sieben Minuten aus.
Nach 6:12:12 Stunden stand der nächste große Titel in Minoggios beeindruckender Karriere fest. Bereits 2022 und 2024 war der Italiener SKYULTRA-Weltmeister geworden. Nun machte er auf La Gomera den Hattrick perfekt. Erst drei Wochen zuvor hatte Minoggio zudem den CCC gewonnen.
„Es gab viele laufbare Abschnitte, aber gleichzeitig war die Strecke sehr hart, abwechslungsreich und technisch. Teilweise liefen wir auf sehr instabilem Untergrund“, beschrieb Minoggio das Rennen. Als seine jungen Verfolger bei Kilometer 46 nur wenige Minuten hinter ihm lagen, sei der Siegeshunger zurückgekommen.
Julen Calvo rettete in 6:19:02 Stunden Silber für Spanien. Nur knapp dahinter sicherte sich Samuel Ponce aus Andorra in 6:21:40 Stunden die Bronzemedaille. Der Spanier Pere Aurell wurde Vierter, Bartosz Ligas aus Polen komplettierte die Top 5.
Balendran in einer eigenen Liga
Noch deutlicher fiel die Entscheidung bei den Frauen aus. Shangave Balendran setzte sich praktisch vom Start weg an die Spitze und ließ keinen Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen.
Die Norwegerin erreichte nach 7:27:16 Stunden das Ziel und war damit die einzige Frau, die auf der anspruchsvollen Strecke unter acht Stunden blieb. Für Balendran ist es der nächste große internationale Erfolg: Bereits 2025 hatte sie den Europameistertitel im SKYULTRA gewonnen. Nun folgte auf La Gomera ihr erster Weltmeistertitel.
Balendran schwärmte anschließend vor allem von der abwechslungsreichen Landschaft. Der Wechsel zwischen Wald und trockenen Passagen sei insbesondere während der Morgendämmerung spektakulär gewesen. Als Läuferin von den Lofoten sei sie zudem froh über den frühen Start gewesen – große Hitze liege ihr weniger.
Hinter der überragenden Norwegerin entwickelte sich ein echter Krimi um Silber und Bronze. Mireia Pons aus Spanien erreichte nach 8:02:51 Stunden das Ziel. Nur neun Sekunden später folgte die US-Amerikanerin Careth Arnold in 8:03:00 Stunden und sicherte sich bei ihrer ersten Weltmeisterschaft direkt Bronze.
Deutsche und österreichische Starter im SKYULTRA
Deutschland war mit zwei Läufern für den SKYULTRA gemeldet: Niklas Holz und Johannes Wingenfeld. Holz hatte bereits am Vortag den VERTICAL bestritten, Wingenfeld konzentrierte sich auf die Langdistanz.
Österreich ging mit einem vierköpfigen Aufgebot in den SKYULTRA. Gemeldet waren Johannes Krondorfer, Oldrich Janecek, Magdalena Bauer und Katharina Kau-Strebinger.
Mit Krondorfer stand dabei ein Athlet am Start, der bereits bei der Skyrunning Europameisterschaft 2025 überzeugen konnte. Damals erreichte er im SKYULTRA einen starken siebten Platz. Janecek belegte bei derselben EM Rang 19.
Die offiziellen vollständigen Ergebnislisten der WM hat die International Skyrunning Federation auf ihrer SKYULTRA-Ergebnisseite derzeit noch nicht veröffentlicht. Die Platzierungen und Zeiten der deutschen und österreichischen Starter werden deshalb ergänzt, sobald die vollständige Ergebnisliste vorliegt.
SKYULTRA Ergebnisse – Männer
- Cristian Minoggio (ITA) – 6:12:12 h
- Julen Calvo (ESP) – 6:19:02 h
- Samuel Ponce (AND) – 6:21:40 h
SKYULTRA Ergebnisse – Frauen
- Shangave Balendran (NOR) – 7:27:16 h
- Mireia Pons (ESP) – 8:02:51 h
- Careth Arnold (USA) – 8:03:00 h
Entscheidung im SKY zum Abschluss
Nach VERTICAL und SKYULTRA wartet am Sonntag mit dem SKY das große Finale der Weltmeisterschaften. Die Strecke führt über 29 Kilometer und 1.900 Höhenmeter. Neben den Einzel- und Teammedaillen fällt dort auch die Entscheidung in der Combined-Wertung, für die die Ergebnisse aus VERTICAL und SKY zusammengezählt werden. Insgesamt kämpfen bei der WM 270 Athleten aus 38 Nationen um 27 Medaillen.
Aus deutscher Sicht stehen im SKY Felix Bergmann, Nana Buhl, Finn Hösch, Jan Peterzelt und Marina Windisch auf der offiziellen Meldeliste. Damit bekommt auch xc-run.de Teamathletin Nana Buhl nach ihrem Einsatz im VERTICAL eine zweite Chance, sich mit der internationalen Skyrunning-Elite zu messen.
