UTMB 2026: Dhiman siegt mit Ansage – Namberger Sechster - xc-run.de Trailrunning

UTMB 2026: Dhiman siegt mit Ansage – Namberger Sechster

Ben Dhiman hat den UTMB 2026 gewonnen – und damit genau das geliefert, was er vor dem Rennen angekündigt hatte. Für den US-Amerikaner zählte nur der Sieg, und nach 173,6 Kilometern und rund 9.700 Höhenmetern lief er nach 18:16:29 Stunden als überlegener Sieger in Chamonix ein. Eine Schrecksekunde gab es allerdings kurz vor Schluss, als Dhiman bei Kilometer 160 stürzte und zunächst kurz benommen liegenblieb. Er rappelte sich wieder auf, setzte sein Rennen fort und brachte den Sieg in beeindruckender Manier nach Hause. Hannes Namberger erreichte nach 19:13:51 Stunden einen starken sechsten Platz.

Dhiman liefert nach großer Ansage

Ben Dhiman hatte sich im Vorfeld weit aus dem Fenster gelehnt. Nach Rang zwei im vergangenen Jahr gab er unmissverständlich zu Protokoll, dass für ihn beim UTMB 2026 nur der Sieg zählt. Und genau danach sah sein Rennen spätestens ab der zweiten Hälfte aus. Bereits in Champex-Lac hatte sich Dhiman deutlich von seinen Verfolgern abgesetzt und kontrollierte das Rennen anschließend von vorne. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf eine komfortable Größe, während sich hinter ihm der Kampf um die weiteren Podestplätze zuspitzte.

Nach 18:16:29 Stunden erreichte Dhiman schließlich Chamonix. Baptiste Chassagne folgte als Zweiter in 18:47:38 Stunden und hatte damit mehr als eine halbe Stunde Rückstand. Caleb Olson komplettierte das Podium nach 18:48:24 Stunden. Dhiman machte damit aus einer offensiven Ansage einen souveränen Sieg.

Schrecksekunde bei Kilometer 160

Ganz ohne Drama ging es für den späteren Sieger allerdings nicht ins Ziel. Rund um Kilometer 160 kam Dhiman zu Sturz und blieb zunächst kurz benommen liegen. Für einen Moment war unklar, ob der bis dahin überlegene Spitzenreiter das Rennen überhaupt fortsetzen konnte. Doch Dhiman rappelte sich wieder auf, fand zurück in seinen Rhythmus und brachte den Sieg letztlich sicher nach Chamonix. Gerade angesichts des großen Vorsprungs änderte der Zwischenfall nichts mehr am Ausgang des Rennens – dennoch war es eine Szene, die zeigte, wie schnell sich selbst auf den letzten Kilometern eines UTMB noch alles verändern kann.

Namberger: Platz sechs – aber eine richtig starke Zeit

Aus deutscher Sicht lag der Fokus einmal mehr auf Hannes Namberger. Der Dynafit-Athlet erreichte Chamonix nach 19:13:51 Stunden auf Rang sechs. Wer Namberger im Vorfeld und in den vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß allerdings, dass für ihn nicht ausschließlich die Platzierung zählt. Hannes hat immer auch die Uhr und seine eigene Leistung im Blick. Und genau deshalb ist diese Zeit ein echtes Pfund.

19 Stunden und 13 Minuten für 173,6 Kilometer und rund 9.700 Höhenmeter sind eine herausragende Leistung. Auch wenn die Strecke in diesem Jahr leicht verändert wurde und sich Zeiten deshalb nur eingeschränkt mit früheren Austragungen vergleichen lassen, unterstreicht dieses Ergebnis einmal mehr Nambergers Weltklasse über lange alpine Ultras. Trotzdem bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Ein Podestplatz wäre nach seiner starken Saison und Rang vier beim UTMB 2024 natürlich schön gewesen.

Enger Kampf hinter Dhiman

Während Dhiman vorne weitgehend sein eigenes Rennen lief, ging es dahinter deutlich enger zu. Chassagne sicherte sich in 18:47:38 Stunden Rang zwei. Nur 46 Sekunden später folgte Caleb Olson auf Rang drei. Virgile Moriset wurde in 19:00:23 Stunden Vierter, Joaquín López erreichte nach 19:06:48 Stunden Rang fünf. Dann folgte Namberger. Gerade einmal rund 13 Minuten trennten den Deutschen vom Podium. Angesichts von mehr als 170 Kilometern Rennlänge zeigt das, wie eng es im Kampf um die Spitzenplätze zuging. Hinter Namberger folgten Gautier Bonnecarrere, Antoine Charvolin, Yannick Noël und Jean-Philippe Tschumi auf den weiteren Top-10-Plätzen.

Starkes Ergebnis auch von Andreas Rieder

Ebenfalls stark präsentierte sich Andreas Rieder. Der Österreicher lief nach 20:33:24 Stunden auf Rang 14 und sorgte damit für ein weiteres starkes Ergebnis aus dem deutschsprachigen Raum. Gerade bei einem UTMB mit dieser Dichte im Spitzenfeld ist ein Platz unter den besten 15 alles andere als selbstverständlich.

Mehrere bekannte deutsche Namen nicht im Ziel

Nicht für alle deutschsprachigen Athleten verlief der UTMB nach Wunsch. Marcel Geissler beendete sein Rennen am Courmayeur Sport Center nach 81,3 Kilometern. Markus Meinke stieg nach Lac Combal bei Kilometer 67,8 aus, Marcel Kirchhoff beendete sein Rennen nach Les Chapieux bei Kilometer 52,2. Auch Manuel Hartweg musste den UTMB vorzeitig beenden. Für ihn war nach La Balme bei Kilometer 41,1 Schluss. Gerade bei einem Rennen dieser Länge gehören Ausfälle allerdings zur Realität. Der UTMB verzeiht kaum Fehler und bestraft kleine Probleme oft überproportional.

Frauenrennen noch nicht entschieden

Während die Männer bereits im Ziel sind, läuft das Frauenrennen weiterhin. Blandine L’Hirondel führt das Feld aktuell deutlich an und hat La Flégère bei Kilometer 166,6 nach 21:02:13 Stunden erreicht. Damit fehlen der Französin nur noch wenige Kilometer bis Chamonix.

Rachel Entrekin liegt auf Rang zwei, gefolgt von Emily Schmitz und Careth Arnold. Dahinter kämpfen Katarzyna Dombrowska und Lucy Bartholomew um weitere Spitzenplätze. Nachdem Courtney Dauwalter zuvor überraschend ausgestiegen war, deutet nun vieles auf einen Triumph von L’Hirondel hin.

Ein Sieger, der Wort gehalten hat

Ben Dhiman hat beim UTMB 2026 genau das getan, was er angekündigt hatte. Er wollte nicht aufs Podium. Nicht erneut Zweiter werden. Er wollte gewinnen. Mit 18:16:29 Stunden setzte er sich deutlich durch und krönte sich zum UTMB-Champion. Selbst ein Sturz bei Kilometer 160 konnte ihn nicht mehr stoppen. Hannes Namberger verpasste zwar das Podium, lieferte mit 19:13:51 Stunden aber erneut eine Zeit ab, die seinen Platz in der Weltspitze eindrucksvoll bestätigt.

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