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Ever(t)esting am Großen Arber: Ein Team, ein Berg und jede Menge Höhenmeter

Was passiert, wenn man eine Gruppe trailrunningverrückter Athletinnen und Athleten, eine Skipiste, eine Gondel und jede Menge Sportnahrung zusammenbringt? Richtig: ein ziemlich außergewöhnliches Teamwochenende! Das xc-run.de Trailrunning Team traf sich vom 30. Oktober bis 1. November im Lamer Winkel, um gemeinsam die Trails des Bayerischen Waldes zu erkunden, beim „Ever(t)esting“ am Großen Arber Höhenmeter zu sammeln und eine erfolgreiche Saison gebührend ausklingen zu lassen. Dabei wurden nicht nur Erinnerungen an zahlreiche Wettkämpfe ausgetauscht, sondern auch schon erste Pläne für 2027 geschmiedet.

Heimkommen in den Lamer Winkel

© woidlife photography

Manche Orte fühlen sich einfach nach Trailrunning an. Der Lamer Winkel im Bayerischen Wald gehört definitiv dazu. Technische Pfade, knackige Anstiege, flowige Downhills und ein schier endloses Wegenetz rund um Osser, Arber und Kaitersberg machen die Region zu einem echten Paradies für Trailrunner.

Als Ausgangspunkt für unser diesjähriges Herbst-Teamtreffen hatten wir uns das Hotel Rösslwirt in Lam ausgesucht. Eine Entscheidung, die sich als Volltreffer erweisen sollte. Gemütliche Zimmer, hervorragendes Essen und vor allem eine Lage, die für Trailrunner kaum besser sein könnte: Die Unterkunft befindet sich praktisch direkt am Startabschnitt des U.TLW.

Und so war natürlich klar, was am Freitagnachmittag auf dem Programm stehen musste: eine gemeinsame Runde auf den heimischen Trails.

„Einfach wieder wie Heimkommen!“ – Nana Buhl

Mit diesen Worten brachte Teamathletin Nana Buhl auf den Punkt, was solche Treffen für viele von uns ausmacht. Schließlich sieht man sich während der Saison zwar regelmäßig bei Wettkämpfen, doch für ausführliche Gespräche, gemeinsame Trainingsrunden oder einfach ein gemütliches Zusammensitzen bleibt dabei oft wenig Zeit.

„So schön, all diese wunderbaren Menschen aus dem Team wiederzusehen, gemeinsam auf die Erlebnisse und Wettkämpfe des Jahres zurückzublicken und vielleicht schon die ersten Pläne für 2027 zu schmieden“, schwärmte Nana.

Auch für Claudi Sieder aus dem Südtiroler Ahrntal sind die gemeinsamen Treffen zu einem festen Bestandteil des Teamlebens geworden.

„Seit einem Jahr bin ich nun Teil des Teams. Auch wenn ich geografisch etwas weiter weg bin, ist es jedes Mal eine riesige Freude, meine Leute wiederzutreffen. Diese familiäre Atmosphäre mit so viel Fachwissen, Leidenschaft und gegenseitiger Unterstützung macht das Team für mich besonders.“

Einlaufen auf Tromsø und Holy Trail

© woidlife photography

Für unsere erste gemeinsame Trainingseinheit hatten wir uns den Rookie-Trail des U.TLW ausgesucht. Eine Strecke, die zwar zu den kürzeren Distanzen des Events gehört, aber alles mitbringt, was das Trailrunner-Herz höherschlagen lässt.

Besonders die mittlerweile fast legendären Abschnitte „Tromsø“ und „Holy Trail“ sorgten für Begeisterung. Schmale, verwinkelte Pfade, Wurzeln, Steine und immer wieder schöne Ausblicke – genau das richtige Terrain, um nach der Anreise die Beine locker zu machen und sich auf das Wochenende einzustimmen.

Mit dabei auch Thomas mit seinem Sohn in der Kraxe und Teamfotografin Steffi die sich über den Holy Trail in Richtung Osser aufmachten, um die anderen Teammitglieder bei ihrer gemeinsamen Laufrunde abzufangen.

„Mal eine ganz andere und sehr schöne Perspektive auf das gemeinsame Training“, stellte Thomas Wanninger anschließend fest.

Zurück im Hotel wartete dann der nächste Höhepunkt: das Abendessen im Gasthaus Rösslwirt. Bei Burgern und allerlei weiteren Köstlichkeiten wurden die Energiespeicher aufgefüllt, Geschichten und Erfolge aus der vergangenen Saison ausgetauscht und natürlich auch die große Aufgabe des nächsten Tages diskutiert. Denn am Samstag sollte es ernst werden. Zumindest ein bisschen.

„Wie, 350 Höhenmeter? Ist das euer Ernst? Des is ja koa Berg!“

– Claudi Sieder, xc-run.de Teamathletin aus dem Ahrntal

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Mit diesem Kommentar sorgte Claudi bereits im Vorfeld für den passenden Einstieg in unser Samstagprogramm. Wer aus dem Südtiroler Ahrntal kommt und regelmäßig in hochalpinem Gelände unterwegs ist, für den klingt eine Skipiste mit 350 Höhenmetern tatsächlich nicht besonders beeindruckend. Allerdings hatte die Sache einen kleinen Haken: Wir wollten diese 350 Höhenmeter nicht nur einmal bewältigen. Sondern immer und immer wieder.

Die Idee hinter unserem Ever(t)esting war ebenso simpel wie reizvoll: In Zusammenarbeit mit den Arberbergbahnen und weiteren Kooperationspartnern wollten wir am Großen Arber möglichst viele Höhenmeter sammeln und gleichzeitig unterschiedliche Produkte zur Wettkampfverpflegung unter realistischen Belastungsbedingungen testen.

Das Konzept: bergauf mit eigener Muskelkraft, bergab bequem mit der Gondel.

Die Strecke führte über den Osthang und hatte es durchaus in sich:

  • Streckenlänge pro Aufstieg: ca. 1,6 Kilometer
  • Höhenmeter pro Aufstieg: ca. 350 hm
  • Gondelfahrt ins Tal: rund sieben Minuten
  • Maximal erreichte Rundenzahl: 16 Aufstiege
  • Maximal gesammelte Höhenmeter: ca. 5.600 hm

Ever(t)esting: Wenn aus einer Skipiste ein Abenteuer wird

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Schon am frühen Morgen herrschte am Großen Arber beste Stimmung. Familie Felgenhauer hatte ideale Voraussetzungen geschaffen, und an der Bergstation wartete eine hervorragend ausgestattete Verpflegungsstation auf die Teilnehmer. Das Besondere an unserem Konzept war die Kombination aus sportlicher Belastung und gezieltem Ernährungstest. Während des Aufstiegs über die steile Skipiste wurde ordentlich gearbeitet. Oben angekommen konnte man sich an der Verpflegungsstation bedienen, bevor es mit der Gondel wieder ins Tal ging. Die rund siebenminütige Fahrt bot genügend Zeit, um zu essen, zu trinken, Erfahrungen auszutauschen und die nächste Runde vorzubereiten.

Getestet wurde dabei nahezu alles, was bei langen Trail- und Ultraläufen auf dem Speiseplan stehen könnte: Energieriegel, Gels, isotonische Getränke und unterschiedliche Kohlenhydratprodukte. Aber auch klassische Alternativen wie Brezen, „Schornbladl“ und alkoholfreies Bier standen zur Auswahl.

Wie funktioniert die Verpflegung unter stundenlanger Belastung? Welche Mengen lassen sich regelmäßig aufnehmen? Und wie organisiert man die Energiezufuhr, wenn zwischen den einzelnen Anstiegen nur wenige Minuten Zeit bleiben? Genau diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres Ever(t)estings. Die ausführlichen Erfahrungen und Erkenntnisse rund um die getesteten Produkte werden wir in einem separaten Artikel auf xc-run.de vorstellen.

Basilia lobte vor allem die Rahmenbedingungen:

„Perfekte Infrastruktur mit steiler Piste und perfektem Timing für die Verpflegung während der siebenminütigen Gondelfahrt. Und natürlich super Stimmung mit dem besten Team.“

Der Langlaufnachwuchs zeigt, was in ihm steckt

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Eine besondere Bereicherung war die Teilnahme des Langlaufnachwuchses aus dem Skiverband Bayerwald. Die jungen Sportlerinnen und Sportler ließen sich von den erfahrenen Trailrunnern keineswegs beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Mit beeindruckender Ausdauer und jeder Menge Ehrgeiz sammelten sie Runde um Runde und liefen teilweise Kopf an Kopf mit den Athleten unseres Teams. Zehn bis zwölf Aufstiege standen bei einigen der Nachwuchssportler am Ende auf der Uhr. Das entspricht immerhin 3.500 bis 4.200 Höhenmetern – eine bemerkenswerte Leistung!

Für uns war es großartig zu sehen, mit welcher Begeisterung und Selbstverständlichkeit sich die Jugendlichen dieser ungewöhnlichen Herausforderung stellten. Gleichzeitig zeigte die gemeinsame Aktion einmal mehr, wie gut sich die verschiedenen Ausdauersportarten ergänzen und wie viel Spaß gemeinsames Training über Sportart- und Altersgrenzen hinweg machen kann.

16 Aufstiege, 5.600 Höhenmeter und jede Menge gute Laune

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Nach rund sieben Stunden war schließlich Schluss. Die höchste erreichte Rundenzahl lag bei 16 Aufstiegen. Umgerechnet bedeutete das rund 25,6 Kilometer bergauf und etwa 5.600 positive Höhenmeter. Eine ordentliche Portion Arbeit für die Oberschenkel! Doch viel bemerkenswerter als die nackten Zahlen war die Stimmung. Was auf dem Papier zunächst nach einer ziemlich monotonen Angelegenheit klang, entwickelte sich zu einem echten Gemeinschaftserlebnis.

Michael brachte es treffend auf den Punkt:

„Mein Highlight: Aus einer relativ kurzen, unspektakulären Strecke ein spektakuläres Ereignis zu machen.“

Und tatsächlich: Wer läuft schon freiwillig sieben Stunden lang dieselbe Skipiste hinauf? Bine jedenfalls hätte das alleine wohl kaum gemacht.

„Alleine würde ich niemals den ganzen Tag die gleiche Skipiste hinauflaufen“, erzählte sie anschließend. „Zusammen als Team und mit der perfekten Verpflegungsstation an der Bergstation hat mir das aber so viel Spaß gemacht, dass ich es auf jeden Fall wieder machen würde.“

Auch für sie war das Ever(t)esting der absolute Höhepunkt eines ohnehin gelungenen Wochenendes.

„Ein supercooles Event, das definitiv nach Wiederholung schreit!“

Besonders schön war dabei, dass wirklich jeder auf seine Weise Teil der Aktion werden konnte. Thomas beispielsweise absolvierte mit seinem Sohn im Thule-Anhänger zumindest einen Aufstieg. „Das ging erstaunlich gut – zwar etwas langsamer als bei den Kollegen, aber dafür konnte ich fast alle unterwegs anfeuern“, berichtete er.

Oben angekommen freute er sich über die perfekt organisierte Verpflegung durch Marco und Mario sowie die Unterstützung des Bergbahn-Teams. Und obwohl er solchen Formaten bislang eher skeptisch gegenüberstand, fiel sein Fazit eindeutig aus:

„Eine wirklich gelungene Aktion mit viel Potenzial – vielleicht ist das ja auch eine Option für nächstes Jahr.“

Auch David Reichl begeisterte vor allem der Gemeinschaftsgedanke hinter der Aktion: „Jeder konnte sich sein eigenes Ziel stecken – egal ob Viertel-, Halb- oder volle Distanz. Anders als bei gewöhnlichen Trailrennen trifft man sich ständig auf der Strecke, unterhält sich während der Gondelfahrten und feuert sich gegenseitig an.“ Für David war das Ever(t)esting deshalb weit mehr als eine sportliche Herausforderung:

„Ein perfekter Abschluss einer langen Trailsaison!“

Mehr als nur Höhenmeter: Was wir vom Ever(t)esting mitnehmen

Natürlich ging es beim Ever(t)esting auch darum, die eigenen körperlichen Grenzen auszuloten. Vor allem aber wollten wir Erfahrungen sammeln. Wie lässt sich ein solches Format sinnvoll organisieren? Welche Ausrüstung benötigt man? Wie verändert sich die Belastung im Laufe mehrerer Stunden? Welche Rolle spielen Verpflegung, Pausen und das richtige Tempo?

Und nicht zuletzt: Wie sinnvoll ist ein solches Training für die Vorbereitung auf lange Trail- und Ultratrailrennen? Die Kombination aus steilem Aufstieg, regelmäßiger Verpflegung und kurzen Erholungsphasen in der Gondel bot jedenfalls spannende Möglichkeiten, unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Einen ausführlichen Artikel zur Vorbereitung, Durchführung und den Erkenntnissen unseres Ever(t)estings werden wir in Kürze auf xc-run.de veröffentlichen. Darin gehen wir auch genauer auf unsere Erfahrungen mit der getesteten Wettkampfverpflegung ein.

Zum Abschluss: Biathlon mit Sepp Schneider

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Nach dem intensiven Samstag hätte man am Sonntag eigentlich auch einfach die Beine hochlegen können. Doch für unser Team stand noch ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan. Im Arbersee Skistadion erwartete uns Sepp Schneider persönlich zu einem Einführungskurs in die Welt des Biathlons.

Für viele von uns war es eine spannende Gelegenheit, einmal über den Tellerrand des Trailrunnings hinauszublicken und einen Einblick in eine Sportart zu bekommen, bei der neben Ausdauer auch Konzentration und Präzision gefragt sind. Ein gelungener Abschluss für drei Tage, die sportlich wie menschlich einiges zu bieten hatten.

Ein perfekter Ausklang einer erfolgreichen Saison

Am Ende waren es nicht die vielen Höhenmeter, die das Wochenende so besonders machten. Es waren die vielen kleinen Momente dazwischen. Das Wiedersehen mit Teamkollegen, die man teilweise seit Monaten nicht mehr getroffen hatte. Die gemeinsamen Kilometer auf den Trails rund um Lam. Die Gespräche beim Abendessen im Rösslwirt. Das gegenseitige Anfeuern auf der Skipiste. Und natürlich die Erkenntnis, dass selbst eine vermeintlich langweilige Skipiste mit den richtigen Menschen zum echten Abenteuer werden kann.

Vor allem aber bot das Wochenende die perfekte Gelegenheit, eine erfolgreiche Saison 2026 gemeinsam Revue passieren zu lassen. Zahlreiche Wettkämpfe, starke Einzelleistungen, gemeinsame Erlebnisse und unvergessliche Momente hatten das Jahr geprägt. Nun blieb endlich einmal Zeit, all das in entspannter Atmosphäre zu genießen, bevor der Blick langsam wieder nach vorne ging. Denn eines wurde bei den Gesprächen schnell deutlich: Die ersten Ideen, Ziele und Wettkampfpläne für 2027 stehen bereits im Raum. An Motivation mangelt es jedenfalls nicht.

Und was bleibt?

Müde Beine, viele neue Erkenntnisse, jede Menge schöne Erinnerungen an eine erfolgreiche Saison und große Vorfreude auf das kommende Jahr. Ein Saisonabschluss, wie er besser kaum hätte sein können. Und eine Ever(t)esting-Aktion, die definitiv nach Wiederholung schreit!

Ein großes Dankeschön geht an das Hotel und Gasthaus Rösslwirt für die Gastfreundschaft, an die Arberbergbahnen für die großartige Unterstützung und die perfekten Rahmenbedingungen, an den Skiverband Bayerwald und seinen motivierten Langlaufnachwuchs sowie an alle weiteren Kooperationspartner (Goldsteig Käsespezialitäten, Beier Waffeln, Früchte Kölbl, 1. Dampfbierbrauerei Zwiesel) Helferinnen und Helfer, die unser Ever(t)esting möglich gemacht haben. Ebenso bedanken wir uns bei Sepp Schneider Events für den interessanten Einblick in den Biathlonsport und bei allen Teammitgliedern, die dieses Wochenende zu dem gemacht haben, was es war.

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