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Elazzaoui triumphiert erneut beim Zegama-Aizkorri, Alexandersson pulverisiert den Streckenrekord

Historischer Auftakt der GTWS 2026 im Baskenland

Die 25. Ausgabe des Zegama-Aizkorri entwickelte sich zum perfekten Auftakt der Golden Trail World Series 2026. Vor der beeindruckenden Kulisse des baskischen Bergdorfs Zegama lieferten die Athletinnen und Athleten ein Trailrunning-Spektakel auf höchstem Niveau. Besonders im Fokus standen dabei Elhousine Elazzaoui (NNormal) und Tove Alexandersson (Salomon), die mit ihren Leistungen Geschichte schrieben.

Elazzaoui sicherte sich in 3:45:07 Stunden seinen zweiten Sieg beim traditionsreichen Klassiker und ist damit erst der zweite Athlet überhaupt, dem dieses Kunststück gelingt. Zuvor hatte lediglich sein Teamkollege Kilian Jornet mehrfach in Zegama triumphiert.

Bei den Frauen dominierte die schwedische Ausnahmeathletin Tove Alexandersson das Rennen nach Belieben. Bei ihrem ersten Start in Zegama lief sie in 4:08:09 Stunden nicht nur zum Sieg, sondern unterbot auch den bisherigen Streckenrekord von Nienke Brinkman aus dem Jahr 2022 um mehr als achteinhalb Minuten.

Elazzaoui krönt sich erneut zum König von Zegama

Für Elhousine Elazzaoui hätte die neue Saison kaum besser beginnen können. Der amtierende GTWS-Gesamtsieger knüpfte nahtlos an seine starke Vorsaison an und setzte sich erneut auf den anspruchsvollen Trails rund um Zegama durch.

Das Rennen der Männer begann mit enorm hohem Tempo. Remi Bonnet (Salomon) übernahm früh die Initiative und setzte bereits im Sprintsegment ein Ausrufezeichen. Der Schweizer absolvierte die 1,8 Kilometer in 5:59 Minuten und sammelte damit die ersten zehn Bonuspunkte der Saisonwertung. Bereits nach 5,7 Kilometern hatte er rund eine Minute Vorsprung auf Elazzaoui, Kilian Jornet und Adrien Briffod (Asics).

Lange sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Bonnet aus. Doch an den berüchtigten Anstiegen rund um Sancti Spiritu, angefeuert von tausenden baskischen Fans, wendete sich das Blatt. Elazzaoui und der Italiener Daniel Pattis schlossen auf und lieferten sich fortan einen intensiven Zweikampf um den Sieg.

Besonders bergauf zeigte Elazzaoui seine Klasse. Im Klettersegment über 2,5 Kilometer setzte er mit 23:42 Minuten die Bestzeit des Tages. Gemeinsam mit Pattis erreichte er den Gipfel des Andraitz bei Kilometer 30, ehe die Entscheidung auf dem technisch anspruchsvollen Downhill zurück nach Zegama fiel.

Dort spielte der Marokkaner erneut seine herausragenden Fähigkeiten bergab aus. Mit einem entscheidenden Vorsprung von rund 20 Sekunden erreichte er als Erster das Ziel und feierte seinen zweiten Zegama-Erfolg in Serie.

Daniel Pattis überzeugte mit Rang zwei, während Taylor Stack (Brooks) nach starker Aufholjagd das Podium komplettierte. Remi Bonnet hingegen musste im Schlussabschnitt dem hohen Tempo Tribut zollen und fiel aufgrund von Krämpfen zurück. Die schnellste Zeit im Downhill-Segment erzielte Damian Bogdan (Kailas Fuga) mit 6:28 Minuten.

„Ein historischer Sieg“ – Elazzaoui mit klarer Ansage

Im Ziel zeigte sich Elazzaoui emotional und selbstbewusst zugleich:

„Vor dem Rennen habe ich viel Druck gespürt, weil mich viele als Favoriten gesehen haben. Aber ich kenne diese Strecke sehr gut und konnte das Rennen intelligent gestalten. Zegama erneut zu gewinnen, ist unglaublich – das ist historisch. Jetzt möchte ich meinen dritten Gesamtsieg in der GTWS holen. Das hat bisher noch niemand geschafft.“

Besonders bemerkenswert: Mit seinem zweiten Sieg zieht Elazzaoui statistisch mit Kilian Jornet gleich – zumindest was Mehrfachsiege in Zegama betrifft. Jornet bleibt mit insgesamt elf Erfolgen allerdings die unumstrittene Legende des Rennens.

Alexandersson dominiert bei Zegama-Debüt

Bei den Frauen richteten sich bereits vor dem Start alle Augen auf Tove Alexandersson. Die Schwedin galt als große Favoritin auf den Sieg – und möglicherweise sogar auf den Streckenrekord. Dass sie die bisherige Bestmarke jedoch derart deutlich verbessern würde, überraschte selbst Experten.

Von Beginn an lief Alexandersson in einer eigenen Liga. Sowohl bergauf als auch bergab setzte sie ein Tempo, dem keine Konkurrentin folgen konnte. Bereits am Kontrollpunkt Sancti Spiritu hatte sie einen Vorsprung von acht Minuten auf Sara Alonso und sogar neun Minuten auf Ida Amelie Robsahm (Asics).

Während Alexandersson vorne einsam ihre Kreise zog, entwickelte sich dahinter ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Besonders die Baskin Malen Osa begeisterte das heimische Publikum mit einer starken Aufholjagd. Nach Rang fünf bei Kilometer 16 arbeitete sie sich kontinuierlich nach vorne und übernahm später den zweiten Platz.

Mit einer Endzeit von 4:23:56 Stunden lief Osa zudem die schnellste jemals von einer baskischen Athletin erzielte Zeit beim Zegama-Aizkorri. Titelverteidigerin Sara Alonso (Asics) komplettierte als Dritte das Podium.

Alexandersson dominierte sämtliche Wertungssegmente des Rennens:

  • Sprintsegment: 6:46 Minuten
  • Klettersegment: 26:27 Minuten
  • Downhillsegment: 7:41 Minuten

Alexandersson kämpft gegen Strecke und Schmerzen

Trotz ihrer dominanten Vorstellung sprach die Schwedin im Ziel offen über die enorme Härte des Rennens:

„Es war ein unglaublich hartes Rennen. Ich habe lange gelitten und wirklich alles gegeben. Viele Erwartungen lagen auf mir, vielleicht sogar mehr, als ich selbst hatte. Im ersten Teil war ich komplett auf mich fokussiert, später nur noch darauf, möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Heute war es ein Kampf gegen die Strecke und die Berge.“

Mit ihrem Rekordlauf setzt Alexandersson bereits früh in der Saison ein deutliches Zeichen im Kampf um den Gesamtsieg der Golden Trail World Series.

Nächster Halt: Ledro Sky Trentino

Nach dem spektakulären Auftakt zieht die Golden Trail World Series bereits in der kommenden Woche weiter nach Italien. Am 24. Mai steht mit dem Ledro Sky Trentino das nächste Highlight im Rennkalender an.

Die traditionsreiche Veranstaltung, die 2025 das große GTWS-Finale ausrichtete, gilt als eines der spektakulärsten Trailrunning-Rennen Europas. Die Strecke führt durch UNESCO-geschützte Landschaften und vorbei an historischen Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit dabei sein wird erneut Gesamtführender Elhousine Elazzaoui. Zudem feiert die amtierende GTWS-Championess Madalina Florea (Scott) ihren Saisoneinstieg.