Trailrun World Championship: Das Rennen

Trailrun World Championship 2018: Podium Team Men © Miro Cerqueira / Prozis Endurance

Die Trailrun World Championship 2018 fand im Rahmen des Penyagolosa Trails in der Provinz Castellón (ESP) statt und erstreckt sich auf einer harten, technischen Strecke über 85 Kilometer und 5000 Höhenmeter.

Der Spanier Luis Alberto Hernando und die Niederländerin Ragna Debats aus holten sich dabei die Titel des Trail World Champions 2018. Die selektive aber wunderschöne Strecke beinhaltete alles was das Trailrunnerherz höher schlagen lässt: Eine gute Mischung aus lauffähigem, sehr steilem und technischem Gelände mit hohem Anteil an Singletrails und einer etwas schwierigeren zweiten Streckenhälfte. Das mediterrane Klima der Region, die hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit Hitze und wenig Verpflegungsstationen sorgte für harte Rennbedingungen und zahlreiche Ausfälle.

Luis Alberto Hernando holt das Triple

Mit Luis Alberto Hernando setzte sich der Favorit und Doppelweltmeister in seinem Heimatland gegen starke Konkurrenz durch und holte sich den dritten Weltmeistertitel in Folge. Damit ist der 40-jährige Spanier der unangefochtene Star der Trailrunningszene und bereits jetzt ein gefeierter Held und eine laufende Legende in Spanien.

Alberto Hernando lief zu Beginn ein ruhiges Rennen und beobachtete die Konkurrenz. Im Bergdorf Atzeneta, bei 41 Kilometer, überquerte er die Zeitmatte als 4. Nur elf Kilometer später hatte er sich auf Platz zwei geschoben und man merkte, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis er die Führung übernehmen würde. Ab Kilometer 60 griff der Spanier an und hatte bereits nach 65km einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten auf den Rest des Feldes. Er konnte die Führung weiter ausbauen und finishte nach 8:38h erneut als Weltmeister.

Vor allem der Amerikaner Zach Miller machte zu Beginn des Rennens Tempo und führte das Männerfeld lange an. Nach 62 km konnte er das Tempo nicht mehr halten (er nannte Dehydrierung als Problem) und landete letztendlich auf dem achten Platz.

Eine taktische Meisterleistung lieferte erneut der spanische Lauffloh Cristofer Clemente. Er startete betont langsam und arbeitete sich in unnachahmlicher Art und Weise von einem 72.!!! Platz bei der ersten Zeitmessung (nach 9 Kilometern) auf den zweiten Rang vor. Vor allem im felsigen, harten und steilen Gelände zwischen den Dörfern Benefigos (52k) und Vistabella (62k) machte er Boden gut und sicherte sich in 8:46h den Titel des Vizeweltmeisters.

Für eine Überraschung sorgten die Briten. Tom Evans und Jonathan Albon liefen auf einen starken 3. Und 4. Platz und sicherten dadurch Großbritannien die Silbermedaille in der Mannschaftswertung vor den favorisierten Franzosen.

  1. Luis Alberto Hernando (Spain) — 8:38:35
  2. Cristofer Clemente (Spain) — 8:46:19
  3. Tom Evan (UK) — 8:49:35
  4. Jon Albon (UK) — 8:53:41
  5. Ludovic Pommeret (France) — 8:58:12
  6. Mario Mendoza (USA) — 9:00:31
  7. Romain Maillard (France) — 9:10:18
  8. Zach Miller (USA) — 9:12:31
  9. Jiří Čípa (Czechia) — 9:15:46
  10. Janosch Kowalczyk (Germany) — 9:16:10

 

Ragna Debats das Maß aller Dinge

Bei den Damen war die in Spanien lebende Niederländerin Ragna Debats das Maß aller Dinge. Sie ließ zu keiner Zeit Zweifel an ihrer Extraklasse Aufkommen und dominierte das Rennen von Beginn an. Zwischen Kilometer 41km 52km baute Ragna ihren Vorsprung immer weiter auf fast zwei Minuten aus. Gerade am Ende des Rennens, als ihren Konkurrentinnen die Kräfte schwanden, konnte die Holländerin ihre Pace halten und holte sich mit 16 Minuten Vorsprung mehr als verdient den Weltmeistertitel. Ein kleines Märchen schrieb die Spanierin Laia Cañes. Sie stammt aus der Region Castellon, wurde von den zahlreichen Zuschauern den kompletten Wettkampf hinweg frenetisch angefeuert und lief das Rennen ihres Lebens. Für den beherzten Wettkampf wurde sie mit dem Vizeweltmeistertitel belohnt. Die Französin Claire Mougel komplettierte das Damenpodium auf dem 3. Platz.

  1. Ragna Debats (Netherlands) — 9:55:00
  2. Laia Cañes (Spain) — 10:11:11
  3. Claire Mougel (France) — 10:15:23
  4. Gemma Arenas (Spain) — 10:25:58
  5. Maite Maiora (Spain) — 10:28:20
  6. Magdalena Łaczak (Poland) — 10:30:15
  7. Adeline Roche (France) — 10:32:05
  8. Clare Gallagher (USA) — 10:36:37
  9. Holly Page (UK) — 10:37:52
  10. Kaytlyn Gerbin (USA) — 10:39:40

Spanier zu Hause nicht zu schlagen

In der Mannschaftswertung setzten sich bei den Männern und den Frauen wie erwartet die spanischen Läufer und Läuferinnen bei der Heim WM durch. Bei den Herren folgten die Briten vor Frankreich, bei den Damen Frankreich vor dem Team der Amerikanerinnen.

Die deutschen Resultate

Das deutsche Team hatte auf dem Papier wenig Chancen, lieferte jedoch einen beherzten Wettkampf und gute Mannschaftsergebnisse. Überragend der Auftritt von Janosch Kowalczyk, der nach seinem elften Rang im Vorjahr auf Platz 10 lief und damit seine Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze unterstreichen konnte. Auch Eva Sperger zeigte bei ihrem ersten WM Auftritt ihre Klasse und sicherte sich einen starken 17. Platz. Bei den Männern liefen Matthias Dippacher auf Platz 31 und Markus Mingo auf Platz 43 und bescherten dem deutschen Männerteam einen beachtlichen 5. Platz in der Mannschaftswertung. Benjamin Bublak kam auf Rang 59, Christoph Lauterbach und Johannes Klein mussten leider aussteigen. Auch die beiden Damen Brigitte Storck und Simone Philipp liefen auf diesem selektiven Kurs ein souveränes Rennen und finishten fast zeitgleich auf Rang 47 und 49.

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