Beim traditionsreichen Broken Arrow Skyrace 23K im kalifornischen Olympic Valley standen am Sonntag nicht nur prestigeträchtige Siege auf dem Spiel, sondern auch eines der höchsten Preisgelder im Berglauf. Insgesamt wurden 102.200 US-Dollar ausgeschüttet, davon jeweils 30.000 US-Dollar an die Sieger. Den größten Anteil sicherten sich der Kenianer Philemon Kiriago und die Rumänin Mădălina Florea, die sich auf der 22,9 Kilometer langen Strecke mit 1.372 Höhenmetern durchsetzten.
Kiriago revanchiert sich und stellt neuen Streckenrekord auf
Das Männerrennen entwickelte sich früh zum erwarteten Duell zwischen Kiriago und Titelverteidiger Elhousine Elazzaoui. Nachdem der US-Amerikaner Andy Wacker zunächst das Tempo vorgab, übernahm Kiriago auf den ersten Anstiegen die Kontrolle und setzte sich früh von der Konkurrenz ab.
Der Kenianer baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, ehe Elazzaoui im Mittelteil des Rennens die Verfolgung aufnahm und die Lücke Schritt für Schritt schloss. Auf den letzten Kilometern liefen beide nahezu gleichauf. Als Elazzaoui rund zwei Minuten vor dem Ziel die Führung übernahm, schien sich das Szenario des Vorjahres zu wiederholen, als der Marokkaner das Rennen im Schlussspurt gewonnen hatte.
Doch diesmal hatte Kiriago die bessere Antwort. Auf dem letzten Forstweg setzte er zur entscheidenden Attacke an, löste sich von seinem Rivalen und erreichte nach 1:42:59 Stunden als Erster die Ziellinie. Damit unterbot er den bisherigen Streckenrekord von Elazzaoui aus dem Jahr 2025 um fast eine Minute.
Hinter dem zweitplatzierten Elazzaoui (1:43:12 Stunden) komplettierte Kiriagos Landsmann Patrick Kipngeno in 1:44:34 Stunden das Podium. Für Kipngeno war es bereits der zweite dritte Platz in Folge beim Broken Arrow Skyrace.
Florea dreht das Rennen auf der Downhill-Passage
Auch bei den Frauen fiel die Entscheidung erst in der zweiten Rennhälfte. Zunächst bestimmte Titelverteidigerin Joyce Njeru gemeinsam mit Florea das Geschehen. Die beiden Favoritinnen setzten sich am langen Anstieg früh von ihren Verfolgerinnen ab und erreichten den höchsten Punkt des Kurses praktisch gemeinsam.
Auf den technisch anspruchsvollen Downhill-Passagen spielte Florea jedoch ihre Stärken aus. Die Rumänin übernahm kurz nach dem Wendepunkt die Führung und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Während Njeru zunehmend Probleme bekam, zog Florea an der Spitze davon und ließ keinen Zweifel mehr an ihrem ersten Sieg in Olympic Valley.
Nach ihrem zweiten Platz im Vorjahr triumphierte die Rumänin diesmal in 2:02:18 Stunden. Den Streckenrekord von Njeru aus dem Jahr 2025 verfehlte sie dabei lediglich um etwas mehr als eine Minute.
Für zusätzliche Spannung sorgte der Kampf um die weiteren Podestplätze. Die US-Amerikanerin Lauren Gregory nutzte einen furiosen Schlussspurt auf den letzten Downhill-Kilometern und schob sich noch auf Rang zwei nach vorne. In 2:03:56 Stunden verwies sie Njeru (2:03:59 Stunden) knapp auf den dritten Platz. Zeitgleich mit der Kenianerin erreichte Tabor Hemming das Ziel, musste sich im Fotofinish jedoch mit Rang vier begnügen.
Keine Konkurrenz aus dem DACH-Raum
Aus deutschsprachiger Sicht spielte das Rennen diesmal keine Rolle. Weder aus Deutschland noch aus Österreich oder der Schweiz waren Athletinnen oder Athleten in den vorderen Platzierungen vertreten. Die Entscheidungen wurden vor allem von den starken Berglauf-Nationen Kenia, Marokko, Rumänien und den USA geprägt. Während die ostafrikanischen Läufer erneut ihre Klasse an den langen Anstiegen unter Beweis stellten, sorgten insbesondere die amerikanischen Athletinnen mit mehreren Top-Platzierungen für starke Heimauftritte. Für den DACH-Raum blieb der hochdotierte Mountain-Running-World-Cup-Lauf in Olympic Valley hingegen ohne nennenswerte sportliche Akzente.
Ergebnis Männer
- Philemon Kiriago (Kenia) – 1:42:59 Std.
- Elhousine Elazzaoui (Marokko) – 1:43:12 Std.
- Patrick Kipngeno (Kenia) – 1:44:34 Std.
Ergebnis Frauen
- Mădălina Florea (Rumänien) – 2:02:18 Std.
- Lauren Gregory (USA) – 2:03:56 Std.
- Joyce Njeru (Kenia) – 2:03:59 Std.
