Laufen als Mama: Herausforderungen

Laufen als Mama © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Emelie Forsberg und Anna Frost, jung, schnell, Mama. Die beiden Frauen wurden etwa zur gleichen Zeit Mutter und während die eine schnell wieder in das Wettkampfgeschehen eingriff, ließ sich die andere mehr Zeit und haderte auch öffentlich mit ihrer Rückkehr zum Trailrunning. Was folgen wir daraus? In Zeiten von Ratgebern und Blogs jeglicher Art – keine Frau ist wie die andere und mit Kindern lässt sich im Vorfeld wenig planen. Natürlich ist es für Weltklasseläuferinnen eine andere Motivation wieder in das Trailrunning einzusteigen – schließlich ist es für diese Frauen ein Beruf. Wir haben uns mit Frauen aller Alters- und Leistungsklassen unterhalten, die nach ihren Kindern wieder mit dem Laufen anfingen und auch Wettkämpfe laufen. Wie bringen sie alles, Arbeit, Familie und Laufen unter einen Hut und bleiben motiviert? Schreibt uns gern wie es für euch nach der Geburt eurer Kinder war, damit andere Mütter sehen , auch mit Kindern ist nichts unmöglich! In Teil 2 Laufen als Mama: Der Nachwuchs geht es weiter mit unserer Fragerunde!

Was ist die größte Herausforderung als Mama?

Ganz klar, dass Zeitmanagment. Für die Mütter, mit denen wir sprachen ist es vor allem wichtig, dass der Nachwuchs gut versorgt ist. Hier ist ein Familiennetzwerk äußerst hilfreich, wo schon mal Oma und Opa oder der Papa als Babysitter zur Verfügung stehen. Aber wenn es das nicht gibt, werden Einheiten schon mal in die sehr frühen Morgenstunden oder Abends verlegt, wenn alle schlafen. Die Spitzenläuferin Andrea Diethers läuft ausch schon mal einen langen Dauerlauf abends auf dem Laufband mit dem Babyphone. „Da man als Mama generell permanent unter Schlafmangel leidet, erfordert eine solche Trainingseinheit schon viel Laufleidenschaft und ein starkes Laufziel.“ gibt die junge Mutter zu. Trotzdem haben immer mehr Mütter das Gefühl niemanden wirklich mehr gerecht zu werden. Der Beruf, die Familie, der Haushalt – und dann noch Zeit für sich zu finden ist für viele eine tägliche Herausforderung und erfordert viel Planung und Enthusiasmus. „Negative Kommentare aus dem direkten Umfeld nahmen mir bald den Spaß am Laufen. Die Großeltern der Kinder hielten mir vor, ich sei egoistisch wenn ich laufen ging. Obwohl ich sonst immer für die Kinder da war, das tat mir sehr weh. Erst als mein Mann sich beruflich veränderte und mehr Zeit hatte konnte ich wieder mit Freude laufen gehen“ gibt eine Mutter zu. Solche Vorhaltungen sind nicht nur oft unfair sondern können ehemalige Läuferinnen auch seelisch schwer treffen. Meist ist das Laufen ein Ausgleich im Alltag, der Zeit zum Durchatmen gibt und bei dem die Last der Verantwortung abfällt. Wie so oft ist hier ein bisschen Emphatie gefragt um die Beweggründe der Mütter zu verstehen und sie bestmöglich zu unterstützen.

Wie genau bringt man Sport, Kinder, Arbeit unter einen Hut?

Wo bereits erwähnt ist dabei ein Familiennetzwerk sehr hilfreich, in dem die Großeltern auch mal aushelfen oder der Papa zu bestimmten Zeit übernimmt. Doch Mütter die gern laufen sind oft sehr erfinderisch. Sehr oft wird nach der Geburt der Kinder ein Kinderwagen mit dem man problemlos laufen gehen kann zum unersetzlichen Begleiter. Die Babys schlafen meist gern und gut während der (gut gefederte) Wagen über die Wege gleitet, der Nachwuchs ist danach ausgeschlafen und die Mama wieder gut gelaunt. Aber wenn die Kleinen größer werden müssen andere Lösungen her! Dazu gehören feste Sporttermine, kleine Zeitfenster wie Training der Kids im Sportverein nutzen oder wenn die Kinder in Schule und Kindergarten sind die Laufschuhe zu schnüren. „Erst dann erledige ich alle
anderen Aufgaben. Dafür sieht es bei uns zu Hause oft etwas Chaotisch aus“, aber hauptsache die Mama ist glücklich! Und wer es sehr strukturiert mag, der schreibt sich schon mal am Wochenanfang einen genauen Plan wie die Trainingszeiten und die Familie unter einen Hut gebracht werden kann, natürlich immer mit der Option das sich mit Kind sehr schnell alles ändert. Ist der Nachwuchs selbst schon sehr sportlich unterwegs kann man auch mal beruhigt gemeinsam trainieren gehen, Mama läuft und Kind fährt Rad. Am beliebtesten oder besser gesagt am notwendigsten unter den Mamas ist das Laufen am frühen Morgen oder spät abends – wenn der Nachwuchs schon oder noch schläft. Auf alle Fälle gehört viel Planung, Enthusiasmus unter Unterstützung dazu, eine laufenden Mama zu sein!

 

Wie sieht es mit der Motivation aus?

Motivation, das A und O wenn es darum geht Kinder und Sport unter einen Hut zu bringen. Aber was motiviert unsere Mamas eigentlich so, vor Sonnenaufgang aufzustehen oder sich um die Betreuung der Kinder zu kümmern um die Laufschuhe schnüren zu können? Ein großer Punkt ist vor allem das „Kopf frei bekommen“. Oder wie zweifach Mama Christiane Schwarze es beschreibt: „Das gute/bessere Gefühl danach und das Wissen, dass ich ohne Laufen unausgeglichen bin (krass gesagt unaustehlich für mein Umfeld;)“! Die Bewegung in der Natur, ganz alleine. Aber auch mit Freunden ohne die typischen Mamathemen oder einfach während einer „Phase“ der Kinder bei Lauffreunden ein offenes Ohr finden. Jede Mama ist da anders aber gemeinsam ist allen, dass sie sich einfach gern draußen bewegen und durchatmen und die Verantwortung für kurze Zeit abgeben. Natürlich gibt es auch Mamas die durch ein sportliches Ziel motiviert werden, ein Wettkampf, eine neue Bestzeit. Aber die meisten Mamas unserer Umfrage laufen ganz klar eher um „Durchatmen“ zu können. Barbara Poxleitner, Mama dreier kleiner Kinder ist da ganz deutlich: „laufen bedeutet für mich Ausgleich. Zum Job, Alltag und auch mal einfach nur die Ruhe genießen. Am schönsten sind für mich Läufe zum Sonnenaufgang auf einen Berg. Danach habe ich wieder viel mehr Elan und Kraft. Versteht jedoch nicht jeder. Mein Mann und Oma sagen zum Beispiel: Warum bist du so verrückt und stellst dir den Wecker…entspann dich doch mal.“

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Nächste Woche geht es weiter mit Teil 2!