Alternativsport im Winter: Skilanglauf

Langlaufen © Woidlife Photography

Winter und Trailrunner – nicht immer eine innige Freundschaft. Nass, kalt, grau, so erleben viele Läufer die kalte Jahreszeit. Und das Training läuft meist auf dem Laufband oder im Studio ab. Die wenigen Laufeinheiten werden zur Rutschpartie und die Sonne wird herbeigesehnt.

Dabei hat der Winter so viel mehr zu bieten! Nicht nur die oft lang ersehnte Wettkampfpause sondern auch die Möglichkeit Neues  zu testen! Außerdem können beim winterlichen Alternativtraining sonst vernachlässigte Muskelgruppen trainiert werden, der Gleichtgewichtssinn und die Koordination geschult werden und sie eignen sich perfekt um mal den Kopf frei zu bekommen.

Wir haben für euch mal unsere beliebtesten Alternativsportarten im Winter gesammelt, denen wir draußen nachgehen! Vom Skilganglauf bist zum Schneeschuhgehen!

Einführung

Langlaufen bei strahlendem Sonnenschein © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Skilanglauf – die Sportart mit dem wohl zu unrecht angestaubten Image. Wer denkt da nicht an ältere Leute die gemütlich mit zwei langen schmalen Latten an den Füßen durch die Winterlandschaft wandern. Auch wenn man Skilanglauf bei Wikipedia nachschlägt wird diese Vorstellung schon mit dem ersten Satz untermauert: “ bei der man auf Ski nicht nur hangabwärts gleitet, sondern sich durch Rückstoß auch horizontal oder bergauf auf dem Schnee bewegt“. Boah klingt das langweilig. Dabei ist Skilanglauf so viel mehr! Nur wenige Sportarten vereinen Kraft und Eleganz so perfekt wie der Langlauf und kann auch noch von Jedermann betrieben werden. Das Gleiten auf den zwei schmalen Ski ist, wenn richtig ausgeführt eine Augenweide und noch dazu perfektes Ganzkörpertraining. Die Geschwindigkeit, die traumhafte Winterlandschaft, die Stille – all das macht Langlaufen zum perfekten Ausgleich. Nichts mit durch die Loipe schleichen! Wer es richtig beherrscht der weiß wie sich fliegen anfühlt! (Nein, nicht das in den Schnee) Was ist Skilanglauf eigentlich? Heute hört man bei „Nichtlangläufern“ häufig nur noch „wir gehen skaten“. Biathlon sei Dank. Zwar hat die Trendsport wieder mehr Leute auf die Loipen gelockt aber die eigentliche Form des Skilanglauf wird dabei meist vernachlässigt.  Dabei ist die klassische Technik für Läufer eigentlich besser geeignet. Man lernt mit Stöcken zu laufen, was im Sommer wieder von Vorteil sein kann. Und der Abdruck ist dem Laufen am ähnlichsten. Dadurch wird eine effektiverer Laufstil entwickelt, da zusätzlich das Becken und der Rumpf stabilisiert werden. Und dank NoWax, Fell- und Schuppenski lässt es sich auch ohne Wachserfahrung mit dem richtigen Stieg loslaufen. Denn wenn der Ski bergauf nicht hält, dann macht es schnell keinen richtigen Spaß mehr. Das ist natürlich ein Vorteil beim Skaten, man benötigt kein Steigwachs oder Steighilfen. Bergauf geht es wie beim Schlittschuhlaufen, man stellt die Beine schräg zum Hang und drückt sich seitlich weg. Die beste Bergauftechnik ist die „Armschwungtechnik“, auch 2/1er genannt, hier werden auf einen Armschub zwei Beinabdrücke ausgeführt. Anfänger probieren bergauf oft den leichter zu erlernenden „Schlittschuhschritt“ der aber eher bei großen Geschwindigkeiten Verwendung findet. Am besten lässt man sich die richtige Technik, egal ob Skaten oder Klassisch von einem Skilehrer zeigen! So vermeidet man, dass der Spaß zu kurz kommt und sich Technikfehler einschleichen. Wer dann schon einigermaßen laufen kann, der kann sich am von den Profis das ein oder andere abschauen, so kann man übrigens einen Nachmittag vor der Sportschau gut rechtfertigen!

Material

Mit der richtigen Technik geht es rasant vorwärts - © Marco Felgenhauer / Woidlife Photography © Marco Felgenhauer / woidlife photography
Hier ist es leider nicht mit einem paar Laufschuhe getan. Am besten lässt man sich im Sportgeschäft seines Vertrauens beraten. Die Ski für die ersten Schritte im Schnee kann man sich natürlich auch erst mal ausleihen, so lassen sich auch beide Techniken austesten und erste Erfahrungen sammeln. Auf alle Fälle soll es, wie immer beim Sport ein gut sitzender Schuh sein. Als Anfänger muss nicht das neueste Wettkampfmodell sein, hauptsache er ist bequem und nicht zu kalt. Wer ambitionierter läuft, der weiß natürlich die leichtern Schuhe zu schätzen. Dann fehlen noch Stöcke und die richtigen Ski, passend zum Gewicht und der Größe des Läufers. Wir wollen da gar nicht genauer einsteigen, am besten beraten lassen oder auch mal bei unserer Partnerseite www.xc-ski.de vorbei schauen! Das wäre schon mal das Wichtigste. Was nicht schadet ist eine gute Brille den Schnee und Sonne können schnell schmerzen. Außerdem funktionelle Bekleidung (wem sagen wir das) und ein Trinkgurt mit Flasche oder einen isolierten Trinkbeutel. Denn trinken ist auch bei Kälte wichtig!

Trainingseffekt

Kraft, Energie und Luftstand - beim Langlaufen kommt man dem Fliegen nahe © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Beim Langlaufen werden nicht nur die Bein- und Rumpfmuskeln beansprucht sondern auch die Arme und der Schultergürtel. Das trainiert den Gleichtgewichtssinn und den oft vernachlässigten Oberkörper. Gleichzeitig werden aber auch die im Sommer so stark beanspruchten Gelenke geschont. Und wie sieht es mit Trainingeffekt aus? Nun ja, die Statistik sagt eine Stunde laufen entspricht eineinhalb Stunden Skilanglauf. Als Anfänger soll man aber lieber auf die richtige Technik schauen als auf die Dauer. Denn richtig technisch laufen kann wirklich anstrengend sein. Und da man auf den Loipen immer öfter anderen Läufern begegnet ist auch der Kampfgeist nicht zu unterschätzen. Da wird die Pulsuhr schon mal zur unwichtigen Nebensache und man ist nach einer Stunde so blau wie die Nacht finster…  Als kleines Zuckerl für die neue Saison  fördert keine andere Sportart den Fettstoffwechsel so sehr wie das Langlaufen.

Und wer mal so richtig hart trainieren möchte, also das Fitnessstudio gegen die Loipe tauschen möchte dem sei Skiletics ans Herz gelegt! Wir haben es schon getestet und wow… Aber das erzählen wir euch in einem eigenen Artikel!

Wettkämpfe

Wer auch im Winter nicht auf Wettkämpfe verzichten will, der findet beim Langlaufen viele Möglichkeiten. Von kurzen, regionalen Läufen (meist 5 – 10 km) bis hin zu Skimarathons und sogar richtigen Ultraläufen, wie den 220 km langen Nordenskiölsloppet. Der bekannteste Skimarathon ist sicher der Vasaloppet in Schweden, die Startplätze sind innerhalb weniger Minuten ausverkauft und es stehen mehrere 1000 Läufer an der Startlinie in Sälen. Wer nicht schon drei Stunden vor dem Start um einen gute Platz kämpfen möchte der findet auch in Mitteleuropa interessante Läufe. Zum Beispiel den Skadi Loppet im Bayerischen Wald, einer der härtesten Läufe der Saison.  Auch in  Österreich findet man mit dem  Ski Trail im Tannheimer Tal oder den Koasalauf in St Johann in Tirol liebevoll organisierte Läufe. Einen umfassenden Terminkalender findet man hier.

Zu beachten

Spaß im Schnee für Jung und Alt © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Neben der richtigen Technik und Ausrüstung braucht man vor allem eine Loipe! Die aktuellen Schneehöhen gibts es auf www.xc-ski.de oder in den Tourismusbüros! Dort informiert man sich am besten auch gleich über die einfachste Anreise (Thema Parkplatzengpässe und Gebühren) Dann steht dem Skigenuss eigentlich nichts mehr im Wege. Das man sich an die Loipenregeln hält ist selbstverständlich! Und das man an Tagen, an denen es ununterbrochen schneit nicht über den Loipenfahrer schimpft sondern nach dem Motto „selber spuren macht stark trainiert“! Eine Anmerkung noch zum Thema „Hinfallen“, dass gerade oft Anfänger abschreckt. Einfach locker und selbstbewusst bleiben. Glaube versetzt bekanntlich Berge! Und wenn, es ist doch nur Schnee!

Weitere Tipps, Tricks und Materialempfehlungen findet ihr übrigens auf www.xc-ski.de