Brooks Catamount

Trailschuhtest 2021: Brooks Catamount © xc-run.de
Brooks eine bekannte Laufschuhfirma aus Seattle wartet in dieser Saison mit einem neuen Modell auf, in der vergangenen Laufsaison war es ja eher ruhig im Trailschuhbereich bei den Amerikanern.
Der englische Name des neuen Modells „Catamount“ bedeutet laut English Dictionary ja soviel wie Puma oder Luchs, also eine Raubkatze, die in den Bergen lebt. Eigentlich könnte man den Test nach dieser Übersetzung ja auch schon fast beenden; der neue Racer hat tatsächlich Raubtiergene; dynamisch, leichtfüßig und agil sind passende Synonyme für das neue Modell.

Erster Eindruck

Die Passform ist ausgezeichnet, der Schuh liegt eng am Fuß an und in der Ferse findet der Läufer einen sehr guten Halt. Der Oberbau des Schuhs besteht aus einem weichen Mesh Material, man findet keine einzige Naht; die dünne Zunge wurde an der Mittelsohle fixiert und verrutscht folglich auch nicht. Die sockenähnliche Konstruktion vermittelt einen bequemen ersten Eindruck, man spürt aber auch sofort die leichte Härte der Profilsohle und die Dynamik, wenn man die ersten Schritte damit läuft.
Man bemerkt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Komfort, Dynamik und Gewicht; aber auch der Schutz der Füße kommt nicht zu kurz. Über der Zwischensohle verläuft außen am Schuh ein TPU Band, das den Fuß schützt, im Zehenbereich ist es nach oben gezogen und bietet auch dort ausreichend Unterstützung und Schutz. Eine weitere Feinheit sind kleine Drainageschlitze bei der Zehenbox, damit kann eindringendes Wasser wieder aus dem Schuh hinaus fließen. Die weichen Schnürsenkel der 6 Ösenschnürung sind flach verbaut und wirken stabil; eine gelungene Abrundung des ersten sehr guten Eindrucks.

Laufeigenschaften

Trailschuhtest 2021: Brooks Catamount - Damenversion © xc-run.de
Die Raubkatze macht seinem Namen alle Ehre; eine gelungene Mischung aus Dämpfung bei gleichzeitiger Reaktivität vermittelt viel Lauffreude. Der Schuh läuft sich im Gelände sicher und sehr agil, zeitgleich vermittelt er ein sehr gutes Gefühl für den Untergrund. Der Durchtrittschutz verhindert ein Durchdrücken von Steinen und Wurzeln, wenn es auf dem Trail ruppiger zur Sache geht. 
Laut Hersteller ist das Herzstück des Schuhs ja eine mit Stickstoff angereicherte DNA Flash-Dämpfung. Diese Zwischensohle soll gut dämpfen, gleichzeitig Energie rückführen und außerdem auch noch leicht sein. In der Praxis empfindet man das Abrollverhalten als sehr angenehm, nicht zu weich und wohl dosiert. Man spürt, dass der Schuh gelaufen werden will, gerne schnell und mit viel Antrieb nach vorne. Die breite Auflagefläche und die durchdachte Profilsohle vermitteln in Kombination mit der Zwischensohle viel Sicherheit und Gespür für den wechselnden Untergrund auf den Trails.
Die fast schon feinen Stollen (4,2 mm hohe Stollenelemente) im Gegensatz zu anderen Modellen bringen eine sehr guten Grip, mehr als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Der Schuh fühlt sich auf jedem Terrain gut an; kurze Asphaltstücke meistert er ebenso mühelos wie Wald oder Wiesenboden.
Auch im alpineren und felsigen Gelände zeigt der Schuh wenig Schwächen; aufgrund des heftigen Wintereinbruchs konnten wir Ihn auch auf Eis und Schnee testen und waren von den Laufeigenschaften schon sehr angetan (TrailTrack-Traktion, laut Hersteller zusätzlicher Halt auf rutschigen und nassen Steinen und Wurzel). Natürlich ist er für dieses Wetter nicht gemacht, das leichte und luftige Mesh kommt dann natürlich sehr schnell an seine Grenzen. Aber es hat viel Spaß gemacht den Schuh auch mal an einem richtigen Wintertag zu laufen.

Einsatzbereich

Der neue Trailracer trägt ja auf der Zunge die Aufschrift: „Designed and built for 100 miles of run happy“. Dafür sehen wir Ihn aber nicht als Haupteinsatzgebiet; man kann sicherlich 100 Meilen mit diesem Schuh glücklich laufen. Es dürfte dafür aber weitaus robustere und geeignetere Schuhe geben; mit gerade einmal 280 Gramm ist der Catamount sein sehr agiler und leichter Schuh für Ultratrails.
Wir sehen Ihn auf Distanzen vom kurzen Sprinttrail bis hin zu Ultratrails bis 60 km. Sein bevorzugter Einsatzbereich dürften Feld-/Wald und Wiesenwege bis hin zu felsigen,aber nicht zu technischen Gelände sein. Auf der Strecke des U.TLW könnten wir uns den Schuh sehr gut vorstellen, die Singletrails im Wechsel mit teilweise schroffen und felsigen Gelände sollte der Schuh mit viel Lauffreude mühelos meistern.
Auch im Downhill Bereich macht der Catamount Spaß, die ausgewogene und straffe Dämpfung bringen den Läufer sicher und bequem ins Tal zurück. Schnelle Grundlagenläufe und Fahrtspiele im Gelände sollten mit diesem Schuh richtig Spaß machen; Alles was mit Tempo im Gelände und in den Wäldern zu tun hat ist sein Thema.

Für wen?

Trailrunner, die gerne schnell und agil im Gelände laufen wollen finden im Catamount einen hervorragenden Trailschuh. Die Zielgruppe dürften eher Läufe mit neutralen Abrollverhalten und Supinierer sein, die einen dynamischen, leichten und schnellen Trainings bzw. Wettkampf Schuh suchen. Als Distanz sollte sich der Schuh sehr gut auf mittellangen nicht zu technischen Trailwettkämpfen bewähren, aber auch sicherlich ein Geheimtipp für einen schnellen 10 km Lauf im Gelände.

Übersicht der Trailschuh-Modelle 2021

Alternativen

Salomon Sense Ride 4, LaSportiva Captiva, Salomon S LAb Ultra 3
Trailschuhtest 2021: Brooks Catamount - Damenversion © xc-run.de
Daten
Hersteller: Brooks
Modell: Catamount
Gewicht: 280g (43)
Sprengung: 6 Millimeter
Empf. Verkaufspreis: 160,00 €

 

Testergebnis

Verarbeitung 14 von 15
Schnürung 13 von 15
Protektion 13 von 15
Grip 14 von 15
Lauffreude 15 von 15
Fersenhalt 14 von 15
Gesamtnote
Ein Trailschuh mit dem „Wow-Effekt“. Der „Berglöwe“ macht richtig viel Spaß im Gelände und mit diesem Schuh haben die Amerikaner in dieser Saison im Trailschuh Bereich richtig vorgelegt. Eine richtig gelungene Neukreation, die mit den anderen Modellen „Pure Grit“ oder „Cascadia“ nicht mehr viel gemeinsam hat. Trailracer mit ganz viel Raubkatzen DNA. Ein Kauftipp.