Kick-off in Südtirol: Das xc-run.de Trailrunning Team startet in die Saison - xc-run.de Trailrunning

Kick-off in Südtirol: Das xc-run.de Trailrunning Team startet in die Saison

Die ersten Trailrun-Events der Sommersaison stehen unmittelbar bevor. Zeit für das xc-run.de Trailrunning Team, sich zum Kick-off-Camp zu treffen. Dieses Jahr führt die Reise nach Mühlen in Taufers in Südtirol.

Die vier Frauen und fünf Männer leben weit voneinander entfernt in Deutschland und der Schweiz. Gemeinsame Trainingseinheiten sind daher die Ausnahme. Das bedeutet jedoch nicht, dass es während der kalten Winterzeit keinen Teamspirit gibt – ganz im Gegenteil. Jeder Athlet fokussiert sein Training entsprechend der eigenen Präferenzen und passt es an die Gegebenheiten seiner Heimatregion an. Auch das Zeitbudget ist ein entscheidender Faktor, da alle ihren – meist Full-Time-Job – mit dem Sport in Einklang bringen müssen. Wie das konkret aussieht, zeigt der folgende Blick auf virtuelle Teamerlebnisse.

Virtueller Teamspirit trotz Distanz

XC-RUN.DE Teamtreffen 3Kings3Hills Winteredition © Michael Rackl

Auf sich allein gestellt zu sein, bedeutet nicht, keine Unterstützung vom Rest des Teams zu bekommen. Es gibt zwar niemanden, der uns am Wochenende für das Morgentraining aus dem Bett scheucht. Es gibt auch niemanden, der uns bei Intervallen direkt vor Ort pusht. Und erst recht hat niemand die Möglichkeit, im Windschatten eines Teambuddys zur Höchstform aufzulaufen. Doch dafür gibt es andere Vorteile.

Die Individualität der Trainingsroutinen zeigt sich in einer kreativen Heterogenität. Strava, WhatsApp und Instagram sorgen für wechselseitige Inspiration zwischen den Athleten. Vielleicht überlegst du beim Frühstück noch, ob es nicht zu kalt für den Longrun ist – doch dann siehst du, dass dein Teammate bereits im Morgengrauen Intervalle absolviert hat. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du seinem Beispiel folgst.

Wenn es um die Kraft der Inspiration geht, ist nichts vergleichbar mit den Highlights der Trainingseinheiten – egal ob in Bezug auf Volumen, Intensität oder „Craziness“. Begleitet uns auf eine Reise durch den vergangenen Winter – von Berlin nach Heidelberg, vom Bayerischen Wald in die Schweizer Alpen.

Wintertraining zwischen Großstadt und Alpen

XC-RUN.DE Teamtreffen 3Kings3Hills Winteredition © Michael Rackl

Tobias erlebt in Berlin endlich wieder einen veritablen Winter. In der Stadt bedeutet das vor allem: frieren und auf Eis laufen. Schön wird es immer dann, wenn die Zeit für das Umland reicht – doch das ständige Sliden durch Kälte und Dunkelheit kostet Überwindung. Im Januar wartet jedoch ein Ultra durch die zugefrorene Lüneburger Heide – ein echtes Highlight mit beeindruckender Landschaft und einem rettenden Café, als der Zug nach Hause ausfällt.

500 Kilometer südlich kämpft sich Tom im Bayerischen Wald auf Langlaufski durch das glitzernde Winterwunderland am Bretterschachten. Weitere 500 Kilometer entfernt versucht Michael auf der Davoser Weltcup-Loipe, im virtuellen Windschatten zu bleiben. Bei ausreichend Powder wechseln beide auf Tourenski und genießen den Blick vom Gipfel. Markus und Bine schließen sich im Bayerischen Wald an. Teamcaptain Markus gibt auch hier den Ton an und nimmt sogar in dieser Alternativsportart an Wettkämpfen teil.

Events wie die Mountainattack oder der Arbermandl Skimo fordern ungewohnt, zeigen Grenzen auf und eröffnen gleichzeitig neue Perspektiven. Markus erlebt, wie gezielte Trainingseinheiten in einer neuen Disziplin schnell Fortschritte ermöglichen.

Susi aktiviert ebenfalls den Wettkampfmodus und schafft es gleich zweimal aufs Podium. Ihr Highlight: ein Everesting auf Ski am Patscherkofel in Innsbruck. Ihre Leistungen markieren ein perfekt getimtes Comeback nach einer Sprunggelenks-OP Ende November. Zunächst trainiert sie im Keller auf der Rolle und an Kraftgeräten. Auch Michael ist regelmäßig im Gym anzutreffen – so häufig, dass er beim HYROX sogar sein T-Shirt auszieht.

Ein Fitnessstudio weiter sammelt David Kilometer auf Laufband und Rolle. „Indoor“ ist sein Motto für die kalte Jahreszeit – natürlich bevorzugt bergauf. Nur steil ist geil. Gelegentlich geht es dennoch nach draußen: mit Spikes auf Skipisten und winterlichen Wanderwegen.

Konstanz, Community und Comebacks

XC-RUN.DE Teamtreffen mit gemeinsamen Intervallen © Michael Rackl

Bine braucht weder Strava noch Wettkämpfe, um motiviert zu bleiben – Business as usual, auch im Winter. Skitouren, verschneite Trails, Tiefschnee und Skipisten sorgen für reichlich Kilometer und Höhenmeter als Grundlage für die kommende Saison.

400 Kilometer weiter bleibt Nana ihren Laufschuhen treu. Schnee ist im Odenwald rund um Heidelberg selten, Trailrunning das ganze Jahr über möglich. Dienstage sind gesetzt: Intervalle mit der Bergziegen Heidelberg Community – der „Bergziegendienstag“. Ein Termin, auf den sie sich freut und den sie zugleich fürchtet. Doch gemeinsam an die eigenen Grenzen zu gehen und anschließend im Runner’s High plaudernd nach Hause zu laufen, ist unbezahlbar.

Zurück in Bayern arbeitet Franziska konsequent an ihren Grundlagen: flache Intervalle zur Verbesserung der Grundschnelligkeit, ergänzt durch Techniktraining für mehr Effizienz und Stabilität. Dazu kommen Stabi- und Krafteinheiten, um Verletzungen vorzubeugen und muskuläre Dysbalancen auszugleichen.

Individualsport mit Teamgefühl

Trailrunning ist ein Individualsport. Die Stille und Einsamkeit der Wintermonate sind für unsere Athleten kein Hindernis. Dennoch gilt, was Honoré de Balzac treffend formulierte:

„Solitude is fine, but you need someone to tell that solitude is fine.“

Beim Teamcamp im Öboluckna gibt es jedenfalls viel zu erzählen.

Text: Michael Förster

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