GORE-TEX® Transalpine-Run 2017: Sebastian Hallmann und Ralf Birchmeier dominieren die 1. Etappe - xc-run.de Trailrunning

GORE-TEX® Transalpine-Run 2017: Sebastian Hallmann und Ralf Birchmeier dominieren die 1. Etappe

Start zum TAR 2017 © STEFFEN KORNFELD

Von wegen lockere Auftaktetappe bei der 13. Auflage des GORE-TEX® Transalpine-Run. Der größte und härteste Trailrun-Etappenlauf für Zweier-Teams mit Start am Sonntag in Fischen im Allgäu und Ziel am kommenden Samstag in Sulden/Ortler begann mit extremen Witterungsbedingungen und einer faustdicken Überraschung. Nicht die favorisierten Teams wie Stephan Hugenschmidt/Matthias Dippacher (GER/GER) oder Thomas Farbmacher/Peter Fankhauser (AUT/AUT) bestimmten den Auftakt, sondern gleich eine Handvoll von vermeintlichen Außenseitern. Sebastian Hallmann und Ralf Birchmeier (GER/SUI) dominierten die 1. Etappe von Fischen/Allgäu nach Lech am Arlberg über 43 Kilometer und 1663 HM in 3:32.04,8 Stunden vor Benjamin Bublak/Christoph Lauterbach (GER/GER, 4.01,3 Minuten zurück) und Florian Holzinger/Stefan Holzner (GER/GER, 15.05,5 Minuten zurück), dass damit gleichzeitig schnellstes Duo in der Master Kategorie war.

Starke Schwedinnen

Schnellstes Frauenteam war das schwedische Geschwister-Paar Sanna und Lina El Kott Helander (4:11.16,5 Stunden) auf Rang 17 der Gesamtwertung. Das schnellste Mixed-Paar kommt aus Montreal in Kanada. Marianne Hogan und Mathieu Blanchard finishten die Auftaktetappe sensationell auf Rang 7 in 3:57.00,5 Stunden und lagen damit 5.39 Minuten vor Melanie Albrecht und David Wallmann (4:02.39,7 Stunden, Rang 11).

Strömender Regen und Schneefall

Strömender Regen am Start, Schneefall in den Bergen und Temperaturen um den Gefrierpunkt auf einer Höhe von 2000 m hatten dafür gesorgt, dass der Veranstalter richtigerweise eine Alternativroute laufen ließ, die mit 43 Kilometer  etwas länger, aber mit 1648 HM weniger Schwierigkeitsgrade aufwies. Höchster Punkt der Strecke war der Schrofenpass auf einer Höhe von 1683 m im Grenzgebiet von Deutschland und Österreich. Die Vorentscheidung fiel aber nicht bei Rennhalbzeit im Aufstieg, sondern bereits relativ früh auf den ersten Flachstücken. Bereits kurz vor Oberstdorf nach nur 6 Kilometer übernahmen Hallmann/Birchmeier die Führung und gaben sie bis zum Ziel in Lech am Arlberg nicht mehr ab. „Wir wollten uns nicht künstlich bremsen, haben nur auf uns geschaut und sind unser Tempo gelaufen“, erklärte der Freisinger Hallmann. Ebenso wie sein Schweizer Teamkamerad Ralf Birchmeier relativierte er seinen Tageserfolg aber umgehend: „Das war der erste Tag zum Reinschnuppern. Wir wollten einfach nur unseren Rhythmus finden. Für das Gesamtergebnis heißt das aber noch gar nichts.“ Birchmeier, ein erfahrener Ultra-Läufer, meinte realistisch: „Diese Zeit haben wir im Depot, morgen kommt ein neuer Tag.“

Enorme Zeitabstände für die Favoriten

Andererseits waren die Abstände zum Auftakt bereits enorm. Allein die Zweitplatzierten Bublak/Lauterbach konnten den Rückstand mit 4.01,3 Minuten noch einigermaßen im Rahmen halten. „Ich bin schon etwas überrascht von unserer Leistung, so weit vorn hätte ich uns selbst nicht erwartet“, sagte der Franke Christoph Lauterbach. Und die Chancen auf eine weitere Verbesserung stehen nicht so schlecht. „Der erste Tag war ja eher flach, jetzt kommen die Berge und da fühlen wir uns beide wohler“, meinte der Berliner Bublak zuversichtlich. Während die Dritt- und Viertplatzierten Holzinger/Holzner und Matthias Baur/Lukas Sörgel bereits 15.05,5 Minuten bzw. 16.41,8 Minuten Rückstand aufwiesen, damit aber nicht ganz unzufrieden waren, erwischte es zwei Favoritenpaare ganz heftig. Besonders Stephan Hugenschmidt, der Sieger von 2014, und Matthias Dippacher kassierten einen in dieser Höhe völlig unerwarteten Rückstand von 32.58,7 Minuten und erreichten enttäuscht und abgeschlagen auf Rang 15 das Ziel in Lech am Arlberg. „Als Team waren wir heute schlecht. Natürlich war das Tempo hoch, aber wenn man beim TAR vorne mitlaufen will, muss man auch dieses Tempo laufen“, erklärte der betrübt reinschauende Hugenschmidt. Dass es nicht lief bei dem Favoritenpaar, lag wohl eher an Matthias Dippacher, der das auch freimütig zugab. „Ich habe einen schlechten Tag erwischt, einen richtig schlechten Tag. Ich allein war der limitierende Faktor. Ich muss das jetzt abhaken und nach vorne schauen.“ Dippacher bedankte sich noch im Ziel bei Hugenschmidt für dessen Teamarbeit: „Er hat mir geholfen, wo er konnte. Das war echt stark von Stephan.“

Thomas Farbmacher muss aufgeben

Während Hugenschmidt/Dippacher noch im Rennen sind und sicherlich in den kommenden Tagen angreifen werden, ist der 13. GORE-TEX® Transalpine-Run für die erklärten Mitfavoriten Thomas Farbmacher/Peter Fankhauser schon nach den ersten 43 Kilometern vorbei. Die beiden Österreicher gaben nach der 1. Etappe resigniert auf. Farbmacher litt sichtlich unter den Folgen eines Bänderrisses im linken Sprunggelenk. „Bis sechs Kilometer vor dem Ziel lagen wir noch auf Rang 3, aber dann ging nichts mehr. Die Schmerzen waren so stark, dass ich nicht mehr Laufen konnte. Es ist zwar traurig, aber es geht nicht anders. Ich muss das Rennen heute abbrechen, um meine Gesundheit nicht zu gefährden“, sagte der Tiroler Farbmacher, der nach seinem erneuten Sieg beim Salomon Zugspitz Ultratrail powered by Ledlenser zusammen mit seinem österreichischen Partner Fankhauser zum engsten Favoritenkreis gehörte. Fankhauser, der theoretisch als Solo-Läufer hätte weitermachen können, trat wegen eines Trauerfalls den Heimweg an.

Die 2. Etappe des 13. GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN führt am Montag von Lech am Arlberg nach St. Anton am Arlberg über 26,2 km und 1.798 HM im Aufstieg.

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