Buchauer, Hegemann, Hartweg und Hudec: Vier Sieger, ein großes Was-wäre-wenn beim ZUT 2026 - xc-run.de Trailrunning

Buchauer, Hegemann, Hartweg und Hudec: Vier Sieger, ein großes Was-wäre-wenn beim ZUT 2026

Trotz der wetterbedingten Streckenkürzungen boten der Ultra Trail und der Ehrwald Trail beim Zugspitz Ultratrail 2026 Sport auf höchstem Niveau. Rosanna Buchauer und Ida Sophie Hegemann dominierten die Frauenrennen, während Manuel Hartweg und Tomáš Hudec mit herausragenden Zeiten für die schnellsten Leistungen des Wochenendes sorgten. Weil beide Wettbewerbe am Ende über dieselbe Strecke führten, bleibt allerdings die Frage, wie ein direktes Duell der Topstars ausgegangen wäre.

Hartweg und Buchauer dominieren den Ultra Trail

Die Wetterkapriolen hatten die Veranstalter gezwungen, sowohl den Ultra Trail als auch den Ehrwald Trail auf dieselbe Strecke von 74,5 Kilometern und 3.296 Höhenmetern zu verkürzen. Während die beiden Rennen ursprünglich unterschiedliche Charakteristika besitzen sollten, liefen die Athletinnen und Athleten am Ende praktisch denselben Kurs – lediglich zeitversetzt.

Im Ultra Trail setzte sich Manuel Hartweg von der LG Rülzheim eindrucksvoll durch. Der Deutsche erreichte das Ziel nach starken 7:07:22 Stunden und unterstrich damit seine derzeitige Klasse auf den langen alpinen Distanzen.

Hinter ihm folgte der Franzose Simon Gosselin vom On Running Team in 7:21:10 Stunden. Das Podium komplettierte Michel Nouguier von den adidas Runners Munich in 7:25:20 Stunden. Christoph Frank und Markus Hertlein rundeten ein hochklassiges Männerfeld ab.

Auch bei den Frauen wurde Trailrunning auf höchstem Niveau geboten. Rosanna Buchauer zeigte einmal mehr ihre Ausnahmestellung in der deutschen Trailszene und gewann souverän in 7:25:54 Stunden. Bemerkenswert: Die Dynafit-Athletin hätte mit dieser Zeit auch im Männerfeld den vierten Gesamtrang belegt.

Lisa Wimmer folgte in 7:45:25 Stunden auf Platz zwei, während Juliane Bruness nach 8:17:22 Stunden Rang drei erreichte.

Hudec noch etwas schneller

Noch spektakulärer entwickelte sich das Rennen im Ehrwald Trail. Der Tscheche Tomáš Hudec vom Salomon Team absolvierte die identische Strecke in herausragenden 7:03:14 Stunden und blieb damit sogar gut vier Minuten unter der Siegerzeit von Hartweg.

Auch dahinter wurde enorm schnell gelaufen. Edoardo Rossano (Arc’teryx) benötigte lediglich 7:07:45 Stunden und hätte damit ebenfalls den Ultra Trail gewonnen. Dominik Matt aus Österreich komplettierte das Podium in 7:11:22 Stunden.

Bei den Frauen setzte sich Ida Sophie Hegemann vom The North Face Team in starken 8:07:17 Stunden durch. Die Deutsche verwies Julia Metzner und Maren Schöttke auf die weiteren Podiumsplätze.

Alle Ergebnisse

 

Das vielleicht spannendste Duell fand nur auf dem Papier statt

So beeindruckend die Leistungen aller Siegerinnen und Sieger waren, hinterlassen die Ergebnisse vor allem eine spannende Erkenntnis. Durch die wetterbedingten Anpassungen wurden Ultra Trail und Ehrwald Trail faktisch zum selben Rennen. Beide Wettbewerbe führten über exakt 74,5 Kilometer und 3.296 Höhenmeter, lediglich die Startzeiten unterschieden sich um rund 40 Minuten.

Bei den Männern spricht der reine Blick auf die Zeiten für den Ehrwald Trail. Tomáš Hudec war in 7:03:14 Stunden gut vier Minuten schneller als Ultra-Trail-Sieger Manuel Hartweg. Auch Edoardo Rossano (7:07:45 Stunden) bewegte sich auf Augenhöhe mit dem deutschen Sieger. Ein direktes Aufeinandertreffen dieser Athleten hätte wohl eines der spannendsten Rennen des gesamten Wochenendes ergeben.

Noch interessanter ist der Vergleich bei den Frauen. Rosanna Buchauer gewann den Ultra Trail in herausragenden 7:25:54 Stunden und war damit mehr als 41 Minuten schneller als Ehrwald-Trail-Siegerin Ida Sophie Hegemann (8:07:17 Stunden). Die Dynafit-Athletin hätte den Ehrwald Trail damit souverän gewonnen. Doch nicht nur Buchauer wäre vor Hegemann gelandet: Auch Lisa Wimmer, die sich im Ultra Trail hinter Buchauer mit Rang zwei begnügen musste, war in 7:45:25 Stunden noch deutlich schneller unterwegs als die Siegerin des Ehrwald Trails. Auf derselben Strecke hätte sie den Ehrwald Trail ebenfalls gewonnen.

Das zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Leistungsdichte in den beiden Feldern war. Während Hegemann ihren Wettbewerb souverän dominierte, erwischten Buchauer und Wimmer im Ultra Trail einen außergewöhnlich starken Tag und lieferten Zeiten ab, die selbst im direkten Vergleich mit dem anderen Elitefeld herausragten.

Natürlich lassen sich Ergebnisse aus getrennten Rennen nie eins zu eins vergleichen. Rennverlauf, Konkurrenzsituation und taktische Entscheidungen beeinflussen die Endzeiten erheblich. Dennoch bleibt nach diesem Wochenende das Gefühl, dass Zuschauer und Athletinnen um einige faszinierende direkte Duelle gebracht wurden. Während bei den Männern offen bleibt, wer sich in einem gemeinsamen Rennen durchgesetzt hätte, fällt das Fazit bei den Frauen deutlich aus: Rosanna Buchauer war die stärkste Läuferin auf der verkürzten Strecke, und auch Lisa Wimmer hätte in der Konkurrenz des Ehrwald Trails ganz oben auf dem Podium gestanden. Gerade deshalb wäre es reizvoll gewesen, die besten Athletinnen und Athleten des Wochenendes auf einer gemeinsamen Startlinie gegeneinander antreten zu sehen.

Bildergalerie ZUT 2026

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