Skyrunning World Championships: Ende des Welpenschutzes für die Deutschen

Marcel Höche, stellvertretender Vorsitzender der German Skyrunning Federation © Marcel Höche

Eine Vorschau der Skyrunning Weltmeisterschaft vom stellvertretenden Vorsitzenden der German Skyrunning Federation Marcel Höche.

Ende des Welpenschutzes für die deutschen Skyrunner

Nach der SkySnow Weltmeisterschaft wenige Wochen nach Gründung des deutschen Verbandes im Februar diesen Jahres in der Sierra Nevada und der Jugend Weltmeisterschaft im Juli in Andorra steht nun das Highlight des Kalenders der International Skyrunning Federation (ISF) an: Die Weltmeisterschaften der drei Kerndisziplinen des Skyrunnings: Vertical, Sky und Sky Ultra. Und zwar für die großen Girls und Boys.

 

Soweit kann ich stolz auf die deutschen Skyrunner*innen sein

Top10 Platzierungen bei der SkySnow WM, also bei dem Laufen mit Grödeln auf Skipisten, und einem Rang 4 bei der Nationalwertung war der Auftakt für unseren neuen Verband, der es nun deutschen Skyrunner*innen endlich bei Wettkämpfen der ISF zu starten. Mit 6 Top10 Platzierungen, davon 3 Podiumsplätzen lief es auch für die Junioren im Juli hervorragend. Besonders zu nennen ist hier Sven Koch, der sich durch einen starken zweiten Platz sowohl in der Sky- als auch in der Verticalwertung gleich 3 Vizeweltmeistertitel holte, nämlich auch den der Kombinationswertung.

Wenngleich sich für unsere kleine German Skyrunning Federation finanziell und strukturell seither wenig geändert hat, kann und möchte ich uns nicht mehr als Underdog bezeichnen.
Offizielle Dachverbände, die finanziell und strukturell Unterstützung und finanzielle Mittel bieten könnten, wie der Deutsche Alpenverein (DAV), der Deutsche Leichtathletikverein (DLV) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), können oder wollen dies nicht, sodass unsere Athletin*innen weiterhin in die eigene Tasche greifen müssen, um anzureisen. Entsprechend fällt auch ein gewisses Maß an eigener Verantwortung bei der Organisation der Anreise zurück auf unsere Läufer*innen. Dass trotzdem immer wieder Deutschlands Spitze bereit ist, diese Wettkämpfe anzugehen, ist mindestens so ehrenwert wie die Leistungen, die an den Tag gelegt werden.

In Fahrgemeinschaften, als Roadtripler und im Zug zur WM

Die Anreise in das italienische Domodossola, unweit des Lago Maggiore, gestaltet sich glücklicherweise diesmal einfacher als bei den beiden malen zuvor. In Fahrgemeinschaften, als Roadtripler und im Zug machen sich folgende Sportler*innen auf dem Weg, um sich mit den weltweit besten Skyrunner*innen zu messen:

Johannes Klein zeigte sich Mitte August stark beim Matterhorn Ultraks „Extreme“. Eine derartige Performance auf dieser Unterdistanz lassen mich ganz gespannt zum Sky Ultra schauen.
Zusammen mit Lisa Risch, die sich beim Madeira Ultra Trail die Nominierung mehr als verdient hat, werden die beiden am 10.09. um 5:30 Uhr auf die 57km lange Strecke mit 3.500 Höhenmetern begeben. Mit einer maximalen Höhe von fast 2.900m ÜNN scheint der Kurs definitiv „ehrliches Skyrunning“ zu sein.

Auch ich werde selbst (Marcel Höche) an den Start gehen. Mit 846 ITRA Punkten, die ich beim Madeira Island Ultra Trail habe erlaufen können, erfülle ich die Nominierungsrichtlinien ohne Wenn und Aber. Leider bin ich der/die einzige*r Deutsche, der auf de Sky Strecke am 11.09 um 7:40 Uhr auf 31km 2.600 Höhenmeter zu bewältigen versucht.

Vorsitzender Wendall Lorenzen startet wie auch schon in Februar für das Team USA. Er hat nämlich zwei Staatsbürgerschaften. Auch er freut sich sehr auf die Rennen: „Die diesjährige WM ist starkbesetzt, aber dafür senden wir unsere besten an den Start! Leider mussten einige absagen wegen Verletzungen und andere Verpflichtungen, aber unser Team ist hat über alle Distanzen gute Chancen auf Top-Ergebnisse und ich bin gespannt zu sehen wie wir als Nation abschneiden. Es wird auch eine gute Gelegenheit sein, Kontakt mit anderen Teams zu knüpfen und unsere Meinungen mit den anderen Mitgliedern der ISF zu teilen, damit wir den Sport hier in Deutschland besser fördern können.“

Grundsätzlich nominiert, aber aus verschiedensten privaten Gründen entschuldigt sind:
Marc Dürr, den ich liebend gerne beim Vertical und Sky hätte starten sehen. Gleiches gilt für Fabian Gering. Sodass beim Vertical leider keine deutsche Präsenz vertreten sein wird.

Andreas Schindler und Anna Hahner stehen auch nicht bei Sky am Start

Markus Mingo und Rosanna Buchauer müssen Johannes Klein alleine auf der Sky Ultra Strecke lassen. Gerade auf der Ultradistanz hat der UTMB dafür gesorgt, dass viele potentielle deutsche TOP-Läufer*innen erst gar nicht die Nominierung haben annehmen können. Einen herzlichen Glückwunsch vor allem an Eva-Maria Sperger an dieser Stelle und eine zügige Erholung derer, die nicht das Rennen laufen konnten, für das sie hart trainiert hatten.

Drückt uns die Daumen.